„Es sieht sehr rustikal hier aus, war das dein Konzept?“, fragte die Redakteurin eines Modemagazins Alya Kazakevich bei der Eröffnung ihres a.b.k-Ladenateliers in Chinatown. „Ich bin einfach mit meinem Wohnzimmer hierher gezogen“, antwortet die Russin, die seit 9 Jahren in Brooklyn lebt. Und seit 4 Jahren Lederschuhe, Taschen und andere Accessoires entwirft, näht und hämmert. Ich denke eher an „wesentlich, natürlich und gemütlich“ als ich den mit rauem Holz und Leder gefüllten Raum betrete.
Oft probiert Alya einfach herum und findet heraus, dass man aus Leder, aus dem man eigentlich Reitersättel formt, die schönsten Stiefel herstellen kann. Weil das Design und alle Arbeitsschritte in ihrer Hand liegen, kann sie das Material auf unkonventionelle Art behandeln und die Techniken, die sie bei Barbara Shaum und Vogel gelernt hat, neu erfinden. Holz, Metall und Leder scheinen nur so weit bearbeitet zu sein, wie es die Funktion des Gegenstands verlangt. Einfachheit, Funktionalität und Beobachtung der Natur sind ihre Inspirationsquellen. „Alles ist schon gemacht, Du musst es nur erkennen“, erklärt Alya.

Wenn man mit ihr Tee trinkt, denkt man nicht ans Gehen. So wie man die Lederschuhe, die sie einem auf den Fuß gehämmert hat, nicht wieder ausziehen will, weil man sich darin so wohl fühlt. Und so geht es neben mir vielen, die Alya in ihrem Laden in Gespräche verwickeln, so dass sie am Abend nicht mehr ausgeht, sondern zu Hause bleibt und liest. Manchmal vermisst sie die Zeiten, in denen sie Bücher in Cafés las und so viel Zeit hatte, über den Sinn des Lebens nachzudenken, bis ihr langweilig wurde.



Denn seit sie vor 5 Monaten eigenhändig die Wände der ehemaligen Spielhölle abgekratzt hat und seit 4 Monaten 7 Tage die Woche hinter der Werkbank sitzt, ist a.b.k ihr Leben. „Es war nicht so schwer, den Laden zu eröffnen. Die Frage ist vielmehr: Was kommt jetzt?“
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Ein ganz ganz toller Beitrag!!!
Was für eine schöne und begabte Frau. Und was für ein Beruf! Unglaublich.
Kathrin, die Schuhe sind ja wie gemacht für dich. das sieht toll aus, besonders zu marineblau. Edel!
oh, das sind lederarbeiten ganz nach meinem geschmack. das schuh-modell dass du traegst ist großartig!
es grueßt
bastisRIKE
Ich bin überrascht, dass die Schuhe tatsächlich so gemütlich sind, dass man sie nicht wieder ausziehen mag. Sie sehen zwar fantastisch aus, aber eher nach dem motto: wer schön sein will, muss leiden.
Wie toll, dass es selbst im urbanen und weltbewanderten NY noch solche Manufakturen gibt. Das lobe ich mir und werde den laden direkt auf meine Besucherliste fürs nächste mal setzen!
nettes schuhwerk – etwas altmodisch, aber irgendwie chic
nettes schuhwerk – zwar etwas altmodisch, aber trotzdem chic
Die orangenen Schnürschuhe sind sehr hübsch! Kann man die Schuhe nur vor Ort kaufen oder gibts einen Online-Shop?
Ach toll, meine zwei liebsten New-York-Frauen – auf einen Streich.
Dass solche Schuhe Trotteurs heißen, wusste ich ja auch noch nicht. Meine Oma hat mir neulich ein solches Paar geschenkt, ungetragen wohlgemerkt. Ein altes Paar, das Sie noch in ihren großen geheimnisvollen Schränken hatte. Man sieht, die Mode kommt wieder
Alles ist schon/schön gemacht, Du musst es nur erkennen, wie schön und wie wahr. So manch ein Designer sollte sich unbedingt eine Scheibe von Alya abschneiden.
Gut, dass es in heutiger Konsumgesellschaft noch Wert auf ordentliche Handarbeit gelegt wird.
@Feli, die Schuh sind Maßarbeit, dass sie richtig sitzen und bequem sind, ist sicher garantiert!
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