
In Teil 1 meiner kleinen Designer-Backstage-Reportage habe ich Euch von den ersten Schritten auf dem Weg zu meinem zweiten Outfit berichtet. Am zweiten Tag des Workshops fing die Arbeit nochmal so richtig an und ich wurde komplett von der Uni aufgesogen! Es gab unterschiedliche Methoden, das Barockhemd zu bearbeiten. Viele Studenten legten ihr Werk der Puppe an, schnitten Teile weg, steckten das Hemd wieder enger und veränderten so den Schnitt. Ich entschied mich sofort mit dem Stoff zu arbeiten, mir mein Lieblingsmerkmal des Barockhemds herauszusuchen und daran zu werkeln. Ich kaufte einen schweren karierten Wollstoff mit bunten, dicken, dünnen, groben und zierlichen Fäden, sowie Batist, einen sehr feinen, durchscheinenden Baumwollstoff.

Ich drapierte den schweren Wollstoff an der Puppe und nähte von Hand. Aus zwei Rechtecken des Barockhemd-Grundschnitts entstand ein langer Mantel mit Faltungen an der Seite und hinten.

Mir gefiel die Länge nicht, weshalb ich den Mantel kürzte und aus dem Stoff ein Cape entwarf. Dies allein war mir nicht genug und ich begann den anderen Stoff (den Batist) mit feinen Bleistiftlinien zu karieren. Daraus konstruierte ich noch ein Oberteil sowie einen Bleistiftrock.
Fast zufrieden, steckte ich die bauschigen Ärmel des Barockhemds an das Cape und verlieh meinem Outfit etwas Merkwürdiges, was mir gut gefiel! Also konstruierte ich aus dem Batist noch zwei Puffärmel (die leider nicht auf den beiden Bildern zu sehen sind). Damit war der Workshop beendet – und wir Studenten mit unseren Nerven auch!

Die letzte Aufgabe war es nun, das Kleidungsstück in Szene zu setzen, um das Foto beim Professor abzugeben. Das entsprechende Bild sollte an einem dafür ungeeigneten, unpassenden Ort abgelichtet werden. Erst dachte ich an einen Kiosk oder Supermarkt, entschied mich dann aber für den schneebedeckten Garten meiner Uni. Egal wo, das Outfit wird für mich immer fehl am Platz sein, weil es eigentlich absolut untragbar ist. Zufälligerweise erinnert nicht nur das Design an einen Kimono, sondern auch wie man sich darin bewegt. Weil der Rock unglaublich schmal ist und keinen Schlitz hat, kann man nur kleine Schrittchen darin machen.
Die drängende Zeit erlaubte mir leider nicht, das Outfit wieder professionell (wie beim letzten Mal) fotografieren zu lassen. Ich nahm das Shooting und Make-up einfach selbst in die Hand. Eine meiner Kommilitoninnen erwies sich als perfektes Model:

Am Freitag findet die Abschlussbesprechung statt und ich muss das Outfit – sowie ein Foto des Shootings – vorstellen. Wünscht mir Glück!

5
Viel glück!! ich verstehe zwar noch nicht s ganz wie es getragen wird, aber es sieht ultragemütlich aus….
cooles projekt! was passiert eigentlich mit den designs, nachdem sie bewertet wurden. archiviert die uni das ganze, trägst du es selbst??
oha! jetzt bin ich noch mehr beeindruckt! richtig richtig toll Thuy!
ich glaube, so was wie supermarkt oder so hätte ich auch nicht so spannend gefunden, die schneelandschaft ist sehr schön! wobei das eisig blaue cape ja eigentlich sogar sehr gut dazu passt
echt richtig gut, Thuy!
Ich mag es total gerne, wenn Du uns an Deinem Studentenleben teilhaben lässt. Bitte mehr davon!
Erfahren wir noch, wie Dein Werk bewertet wurde?