Top 5 der Paris Fashion Week F/W 2013/14

1. Ground-Zero

Die Reise ins All geht also erst so richtig los, dachte ich mir, als ich den ersten Look der Londoner Brüder Eri und Philip Chu aus dem Nebel schreiten sah. Und zwar in einem Transformers-Raumschiff, mit dem sich die Frau von heute für die technologische Zukunft wappnet. Plastik-Gesichtsschutz und die Materialien – Neopren, Kaschmir und Leder – sollen sie vor der industriellen Umwelt schützen. Ein schöner Kontrast zu diesen Panzern sind die wehenden Seidenüberröcke und die grafischen Strickdetails, die zeigen, dass die Ground-Zero-Frau trotz allem noch verletzlich und zärtlich ist. Damit die Marsmenschen sehen können, was auf der Erde momentan angesagt ist, waren die Haare der Models nass und um ihre Taillen schlugen sich Peplums. Funktionale Details wie Löcher unter den Armen einer coolen Jacke überzeugen mich davon, dass Grafik und Mode zusammen nicht nur gut aussehen, sondern sich auch gegenseitig auf neue Ideen bringen können. So sind Deodorants bald Schnee von gestern.

Musik: Free Music Archive, Small Colin

Ground Zero

Fashionweekparis

GroundZero

GroundZeroFashionweekParis

GroundZeroMode

GroundZeroshoes

JackeGroundZero

GroundZeroFashionweek2013

Plastikbrille

Schösschen

SpaceLeggins

2. A.F. Vandevorst

Angekommen im riesigen Saal, wo die Fashion Show von A.F. Vandevorst stattfinden sollte, herrschte erst einmal große Verwirrung. Während sich die Fotografen an ihren Posten platzierten, wussten die Gäste nicht wirklich wohin. Es gab keine Sitze, keinen Runway, einzig und allein eine riesige Leinwand am Ende des Raums, vor die sich dann alle stellten. Als endlich das Licht ausging, wurde ein düsterer Moodfilm abgespielt, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Dramatisch schön fiel schließlich das Leinwandtuch herunter und entblößte die bereits dahinter sitzenden Models. Dann wurde blitzschnell die Menge aufgeteilt und in der Mitte entstand so ein Catwalk, den sie mit ihren aufgetürmten Haaren entlang schritten. Am besten gefielen mir die langen Kleider, bei denen die lange Schleppe aufgeteilt wurde wie ein Frack, oder das Kleid, das gleichzeitig aus Bustier und Hemd bestand. Auch dieses Designerduo hielt seine Kollektion fast ausschließlich dramatisch in Schwarz und Weiß. (Text und Fotos: Thuy)

Vandevorst

Vandevorst

Vandevorst

Vandevorst

Vandevorst

Vandevorst

3. Damir Doma

Gefällig war die düstere Schau von Damir Doma wirklich nicht, doch mir gefiel sie trotzdem gut. Hatte ich doch gleich nach den ersten zwei Looks das Gefühl, einen Thriller zu schauen. Solche Spannung ging von den hastenden Models aus, die mit Lederhandschuhen, Arztkoffern und Sonnenbrillen geheime Informationen auszutauschen schienen. Vielleicht gaben sie sich auch so steif, weil die wunderschöne Pariser Altbauwohnung verwanzt war. Ihre goldenen Plateauschuhe wirkten in Kombination mit Karotten-Anzughosen klobig und mächtig, fast wie Waffen, vor denen nicht nur Kleintiere Angst haben müssen. Am besten gefiel mir ein grün karierter Hosenanzug und die runden Sonnenbrillen, die in Kollaboration mit Mykita entstanden sind.

AgentenDomar

damirdoma

DamirDomarFW2013

DamirDomarSchau

domar

Kollektion2013DomarDomar

4. Neue Karl-Lagerfeld-Boutique in St. Germain des Prés: ein schwarz-weißes Reich

„No photo“, wird man in vielen Boutiquen in Paris gerügt, wenn man sich mit Kamera blicken lässt. Und da kommt Karl Lagerfeld und macht eine neue Boutique in St. Germain des Prés auf, wo man sich nicht nur fotografieren darf, man soll sich sogar in der Umkleidekabine mit einem iPad amüsieren. Das Bild kann man dann gleich aus der Kabine per E-Mail an Freunde schicken (mit der Frage „kaufen oder nicht kaufen?“) Oder man kann es auch gleich auf seinen Blog hochladen. Wie praktisch! Leider orientiert sich der Laden ein bisschen zu sehr an Karls persönlichem Stil, sogar die Stiefelabsätze sind in K-Form gebrandet und ich konnte nichts entdecken, das nicht schwarz-weiß war. Ich will ja lieber wie ein Model auf dem Chanel-Laufsteg aussehen – hoffentlich gibt’s dort auch bald solche Umkleidekabinen!

KarlLagerfeldParis

KarlLagerfeld

KarlLagerfeldBoutique

KarllagerfeldHandschuhe

LagerfeldBoutiqueParis

5. Guy Laroche

Die Kollektion von Guy Laroche erinnerte mich an die New York Fashion Week, da ich mir die Kleider sofort an feinen Pariserinnen vorstellen konnte, die in einer schicken Hotellobby an einem Cocktail schlürfen. Es gibt sie also auch in Paris, die Designer die ihre Kundinnen beim Entwerfen nicht aus den Augen verlieren. In anderen Worten, ich sah der Kollektion ihre Wirtschaftlichkeit an: gleiche Schnitte in verschiedenen Materialien, feminines Pink und Lila, Halsschleifen und Glitzersteine. Gerade die hatten es in sich und schimmerten nicht nur kieselgroß, sondern passten auch super zu den schwarzen Bleistiftröcken und sexy schwarzen Tops im Harness-Style, auf die sie appliziert waren. Lederhandschuhe, die nur die Finger bedeckten, verliehen den Stylings Klasse.

BlumenGuy

GlitzerGuylaroche

GuyLaroche

Ledertop

Lila

military

  1. pepeeta

    Das Lila bei Guy Laroche ist tödlich schön.

  2. Katharina

    Frauen in dunklem Hosenanzug und mit dunkler Sonnenbrille: düster aber OHA!

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