Auf der Fashion Week bekomme ich immer so viel Input, dass ich mich nach der Halbzeit erstmal in Ruhe hinsetzen muss, um meine Gedanken samt der geballten neuen Einflüsse zu sortieren. Das Ergebnis dieser kurzen Fashion-Meditation, die fünf wichtigsten Trends vom Laufsteg für 2012, möchte ich Euch heute gern in den Top 5 präsentieren.
Libertine-Designer Johnson Hartig, der mit seiner Kollektion den Nerv der Zeit perfekt getroffen hat, spricht im Videointerview über den Top-Trend der kommenden Herbst/Winter-Saison. Ansonsten gibt es frische Farbe für den Kleiderschrank, ein Häppchen für die Beauty-Fans unter Euch, etwas Kultur und meine neue große Liebe. Viel Spaß damit!
1. Stickereien & Verzierungen


Was „Embellishments & Embroidery“, also Stickereien und Verzierungen, angeht, hat sich Libertine-Labelgründer Johnson Hartig mit seiner neuen Kollektion selbst übertroffen. Im Videointerview erklärte mir der vergnügte Designer und selbsterklärte „Muster-Fetischist“ auch gleich, woher seine Inspiration für den Glitzer-Funkel-Trend kommt, und außerdem, warum seine Mode nicht nur was fürs Auge ist. Nur über eine erneute Kollaboration mit Kunststar Damien Hirst wollte Hartig mir noch nichts verraten, die sei nämlich „streng geheim“ – na gut!


Johnson Hartig ist jedoch bei Weitem nicht der einzige Designer, der sticken und steppen lässt, um dem funkelnden Prunk und Protz zu huldigen – auch das junge koreanische Label Doho zeigte reich verzierte Kollektionsstücke.
2. Farbtrend: Burgunder





Besonders freute ich mich über die Wiederentdeckung der Farbe Burgunder, die in etlichen Kollektionen zu sehen war. Alexandra und Kristen O’Neill, die Schwestern hinter dem Label Porter Grey (Bild 1 & 2), inszenierten den samtigen Rotton in Cocktailkleidern und Abendroben, Helmut Lang (3) zeigte burgunderrot gefärbte Fellwesten, kastige Blazer und Prints. Auch bei Libertine (4) tauchte hier und da ein dunkelrotes Stück auf und Karolina Zmarlak (letztes Bild) huldigte gleich mit ihrer gesamten Kollektion „Matadora“ (nach dem gleichnamigen Almodóvar-Film) der Farbe.
„Mit Stierkämpfern und Spanien allgemein verbindet man sonst eher ein leuchtendes Knallrot, aber das war mir zu offensichtlich. Burgunder ist viel subtiler, viel mehr sexy“, so die unglaublich nette Jungdesignerin. Das Tolle an dem dunklen Rotton ist auch, dass er Blondinen und Brünetten gleichermaßen steht und in Kombination mit Weiß, Schwarz, Grau oder Marine schön edel aussieht.
3. Weißblond




Ob in Kunst, Design oder eben Mode – auf Exzentrik folgt meist Minimalismus, so auch bei dem Haartrend der Saison: Während bei der Fashion Week im September noch alle mit Dip-Dye-Strähnen in allen Regenbogenfarben herumliefen, ist der Farbflash jetzt zum Winter eisigem Weiß gewichen. Bei der Show von Lacoste leuchtete es im Dunkeln geradezu vor lauter Blondinen.
Vorreiterinnen dieses Trends sind übrigens Elle-Modechefin Kate Lanphear, Star-Stylistin Kate Young und Helmut Lang-Chefdesignerin Nicole Colovos, die schon seit Jahren auf die blondeste Blondnuance, nämlich Platin, schwören. Und auch ich verspüre angesichts der Eisprinzessinnen Lust, mal wieder zum Friseur zu gehen!
4. Film als Inspiration: Pedro Almodóvar


Wer den neuen Film des spanischen Kultregisseurs Pedro Almodóvar „Die Haut, in der ich wohne“ gesehen hat, wird sofort erahnen, wo das hochgelobte Newcomer-Label Cushnie Et Ochs (Bild 1 & 2) Inspirationen gesammelt hat. Denn darin geht es in erster Linie – um Haut und eine Hauptdarstellerin, die hauteng anliegende Kleidung trägt, deren Schnittführung die Linien der Körperwölbungen nachahmt.
Auch Karolina Zmarlak (s. Trend 2) hat ihre „Matadora“-Kollektion nach einem Almodóvar-Film benannt. Auch bei ihren Entwürfen ist deutlich die klar akzentuierte Schnittführung zu erkennen. Der Nahtverlauf des grauen Blazers unten rechts sowie des roten Kleides in der Mitte des Bildes sollen übrigens die Form von Stierhörnern nachahmen. Olé!


Auch bei Lacoste schwört man im kommenden Winter auf hautenge Schnitte, allerdings im Retrostil.
5. Tiny Black Dress




Meine neue Liebe heißt TBD und steht als Abkürzung für „Tiny Black Dress“. Ich sah diese perfekt geschnittenen kleinen Schwarzen unter anderem bei den Schauen von Rachel Comey (Bild 1 & 2), Katie Gallagher (3) und Cushnie Et Ochs (4) an mir vorbei spazieren und wusste plötzlich – so eins brauche ich auch. Die Entscheidung für das Eine, so viel ist schon mal klar, wird mir nicht leicht fallen.
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Die bestickte Jacke von Libertine ist so toll!
was für kleider, was für farben!!! und almodovar ist sowieso der beste
Stickereien und die weiß-blonden Haare gefallen mir!
die bunten schuhe von libertine sind ja toll!!! Bei so viel weißblond muss ich aber immer irgendwie an Hefners Bunnies denken….
tolle Auswahl!! Das ist ja sogar alles irgendwie tragbar!
Bunnys? Gar nicht! So rockig wie die New Yorker Mädels den Trend tragen, sieht Platin doch schön edgy aus.
die idee eine kollektion aus vintage zu machen ist nicht nur öko, sondern ganz schön mutig. was sagen bloß solche prolls wie michalsky dazu?
Endlich mal tragbare Trends. Sie erscheinen nicht so weit weg, irgendwie realer und sind damit viel inspirierender, finde ich!
Will! auch! nach! NY! Sofort!
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