„In Hamburg sind alle Menschen schön“, verkündet Mario breit grinsend. Und weil ich in Hamburg war, wurde ich auch kurzerhand abgelichtet für das Blog, das er gemeinsam mit Ksenia betreibt. Unter dem Titel Fashionjunk publizieren die beiden Hamburger Streetfashion. Ich habe Mario und Ksenia in der Schanze getroffen und auf einem ihrer Streifzüge begleitet …
Wie das Foto aussieht, das die beiden von mir gemacht haben, seht Ihr nach dem Sprung.
Die AMD ist bereits Thema bei uns gewesen. An der Hamburger Akademie Mode und Design absolviert der Nachwuchs des OTTO-Einkaufs während der Ausbildung einen Intensivkurs in Sachen Modedesign. Was die Kolleginnen und Kollegen im Bacherlorstudiengang Modedesign so alles vollbringen, konnte ich vergangenen Samstag sehen, bei der Graduate Show, in der die Abschlusskollektionen der Nachwuchs-Designer vorgestellt wurden.
Diese Woche stand ganz im Zeichen der Modeblogs. Das ZEIT-Magazin stellt einige der derzeit wichtigsten deutschen Modeblogger vor, die amerikanische Vogue bittet international zum Shooting. Was sonst noch so passiert ist …
# 1 Die Klasse von 2010
Das ZEIT-Magazin widmet sich aktuell ganz der Mode im Internet. „Kennen wir uns nicht von Facebook“, heißt die Ausgabe, in der Tillmann Prüfer erklärt „Wie das Internet Modekonsumenten zu Gestaltern macht“. Auch nett: Ein Foto der Klasse von 2010, das einige der momentan wichtigsten deutschen Modeblogger auf einem Gruppenbild vereint. Schön wäre es gewesen, wenn man noch mehr hätte erfahren können über die einzelnen Blogger, als nur Antworten auf einen standardisierten Fragebogen. Darüber wird sich in der Bloggosphäre beschwert. Die Diskussion dazu kann man besonders gut bei Julia Stelzner und Blica verfolgen.
Twitter, das ist ein Social Media-Dienst, bei dem mitteilungsbedürftige Menschen in 140 Zeichen ihren Befindlichkeiten Ausdruck verleihen können. Das kann mal spannender, mal weniger spannend sein. Tatsache ist, dass Microblogging eine bequeme Art ist, kurz und knapp Neuigkeiten zu verbreiten. Ich twittere bevorzugt an der Tramhaltestelle oder auch mal gerne live zu Fernsehsendungen, gemeinsam mit andern Twitterern.
Eines haben alle Tweets, wie die kurzen Meldungen genannt werden, gemeinsam: Sind sie da, sind sie auch schon wieder weg. Kaum etwas ist vergänglicher. Wem das zu schade ist, der hat nun die Möglichkeit, die Twittererfahrung zu verewigen. Michaela von Aichberger malt ihre Follower, das sind all jene, die die Tweets der Künstlerin regelmäßig verfolgen, d.h. abonniert haben. Momentan sind das knapp 6.500 Menschen. Ihr Projekt nennt sich „Ich male meine Follower“, ein fortwährender Prozess, der im jeweiligen Zwischenstadium real ausgestellt wird. So auch nächste Woche in Hamburg.
VERNISSAGE am Sa, 27.02.2010
um 19 Uhr im STILWERK. Große Elbstraße 68
Wir haben Michaela von Aichberger zuvor um ein Interview gebeten. Was sie uns verraten hat, erfahrt Ihr nach dem Sprung …
Es ist Fasching, Karneval oder fünfte Jahreszeit. Die Menschen verkleiden sich. Früher ging es einmal darum, böse Geister zu vertreiben, heute nette Geister anzuziehen. Und da gibt es viele schöne Möglichkeiten. Gesammelt werden sie in Hamburg: Seit über 100 Jahren wächst die Theaterkunst bereits mit der Geschichte des Films und vergrößert sich durch die Übernahme von anderen Kostümsammlungen (NDR-Fundus, Studio Hamburg) und Einkäufen aktueller Mode von Diane von Fürstenberg bis Gucci. Mahret und ich haben uns in der zehn Millionen Stücke beherbergenden Kostümsammlung umgeschaut.
Schon bevor Frau Timm von der Arbeit am Film „Der Vorleser“ erzählt, ist die Aura von Schauspiel-Königinnen wie Kate Winslet in der Theaterkunst spürbar.
Zwischen den Reservierungs-Kleiderstangen der Kostümbildner, die hier die modische Ästhetik von Filmen wie „Das Leben der Anderen“ und „Gegen die Wand“ finden, reiht sich ein Hochregal an das andere. Hier stapeln sich Kisten mit Aufschriften wie „Schlachterhauben und Fellmützen“. Es scheint nichts zu geben, was es hier nicht gibt: Polizeiuniformen – die größte Quantität der Sammlung – Lederhosen, Silikon-Schwangerenbäuche. „Wir leben von der Ordnung“, erklärt Frau Timm. Und für diese wird die Theaterkunst geliebt, sogar Amerikanische Kostümbildner bestellen Kleider aus Hamburg und Berlin, seit der Fundus Filme wie Quentin Tarantinos Inglorious Basterds und Stephen Daldry The Reader ausgestattet hat.
Als würden wir in Geschichtsbüchern blättern, ziehen Mahret und ich Kleider aus den Reihen und lesen in Stoffen und Schnitten. Wir haben die Entwicklung der Mode vor Augen: Seit Inge Meisel in den Kostümen gesteckt hat und der Kultfilm „Metropolis“ eingekleidet wurde, ist viel passiert. „Früher wurde mehr Wert auf Funktion und Qualität von Mode gelegt. Heute ist ein Mantel schon nach drei Jahren nicht mehr modern. Und die Designer zitieren mehr, als dass sie neu gestalten“, so Frau Timm. Sprich: Früher wurden mehr Designs erfunden, die länger haltbar blieben und bis zu ihrem Verfall bewahrt wurden.
Was das superweite Kleid mit den weißen Punkten betrifft, in das Mahret und ich uns beide verliebt haben, hoffe ich, dass Frau Timm Recht hat: Es soll die Zitierfreude der Designer ruhig anregen. Jemand könnte gern den einfachen Schnitt – ein großer Kreis, zwei Armlöcher, eine Raffung an der Brust – kopieren und mir das Kleid schicken. Man kann es sogar als Vorlage benutzen, auch wenn man kein Kostümbildner ist. Denn bei der Theaterkunst Hamburg können auch Privatpersonen alles ausleihen – nur keine Polizeiuniformen.
Oben: Anzüge aus dem Film „Das weisse Band“ von Michael Haneke. Unten: Das passende Outfit für einen Ausflug ins All?
Etwas Gutes tun und dabei gleichzeitig Spaß haben, kann man morgen im Hamburger Fundbureau in der Stresemannstraße 114. Das experimentierfreudige Hamburger Kollektiv YES veranstaltet am 12.02. bereits zum dritten mal die Secondhandelectro-Party. Diesmal ganz passend zur Jahreszeit und einen Tag nach Weiberfastnacht unter dem Motto „Feiern, Fasching, Klamotten tauschen“.
Wir sind heute Morgen wieder mal total früh aufgestanden und schon um 08.00h nach Hamburg geflogen. Da hatten wir ein Casting, also Anni, Denise, Tessa und ich. Es war für den Otto Mytrend Katalog und das war sehr aufregend. Es waren ziemlich viele hübsche Mädchen da. Wir wurden einzeln in einen Raum gerufen und mussten da erstmal unser Book zeigen. Ich durfte auch etwas anprobieren, das ist immer ein gutes Zeichen. Ich hätte aber trotzdem nie im Leben gedacht, dass die wirklich mich dafür aussuchen!! Umso mehr habe ich mich dann natürlich gefreut. Und richtig super ist, dass Tessa und Anni auch ausgesucht wurden und wir jetzt nach Miami fliegen um da zu shooten. Alle zusammen. Das wird bestimmt super. Wir kommen auf das Cover von dem Katalog – ich kann es immer noch nicht glauben! Das wird mein allererstes Cover-Shooting und dann noch in Miami, wo es hier langsam Winter wird, geht’s für uns in die Sonne. Wahnsinn. Vielleicht haben wir ja auch ein bisschen Zeit zum Shoppen…
Vor der OTTO-Jury beim Casting
Das coole war ja auch noch, dass Anni und ich einen zweiten Job bei Otto noch am selben Tag bekommen haben! Und zwar eine Kollektionsmusterung! Das hat super Spaß gemacht. Am tollsten fand ich das sportliche Outfit, dass ich vorgeführt habe – mit den Stiefeln und der kurzen Hose. Das hätte ich gern behalten ; )
Mein Lieblingsoutfit bei der Musterung: Streifenshirt und Tuch, kurze Hose und Stiefel
Hier zeigen wir verschiedene Outfits und ganz links ist Anja, eine Einkäuferin von OTTO
Das schlimmste an dem Tag war aber, dass mir die Füße so wehtaten! Ich hatte eine mega fette Blase am Fuß. Okay, die Schuhe waren cool, blau mit richtig hohem Absatz aber sooo hart hinten an der Ferse. Es hat echt geblutet. Bei dem Casting hab ich einfach die Zähne zusammen gebissen und an was anderes gedacht, dann ging es. In Köln werde ich mir dann sofort neue Schuhe kaufen!
Das Hui-Hui-Trio: Johanna Trudzinski, Anne Schwätzler und Katharina Trudzinski
„Eigentlich reden wir nicht so gerne über unser Label Hui-Hui. Der interessierte Mensch kann auch viel sehen, ohne dass man ein Konzept erläutert“, so Modedesignerin Johanna Trudzinski, als ich sie und ihre Schwester Katharina, meine beste Studienfreundin, zum Interview überrede.
Zusammen mit Anne Schwätzler haben sie als Studentinnen an der HfbK und der Fachhochschule in Hamburg 2002 das Label Hui-Hui gegründet. Mittlerweile wohnt Johanna in Antwerpen – schloss dort ihr Studium ab und arbeitete u.a. bei A.F. Vandevorst – und Katharina ist gerade nach Berlin gezogen.
In Hui-Hui Sommer 2010 mit Johanna im Atelier in Hamburg: Wenn man „Dusch“ sagt, sieht man am besten auf Fotos aus! Das hat jemand Johanna erzählt.
Wenn die drei Frauen nicht im Hui-Hui-Hauptatelier in Hammerbrook eine neue Kollektion entwerfen, reisen sie im Dreieck von Anne in Hamburg nach Berlin zu Katharina und nach Antwerpen zu Johanna. Stellen in Japan aus und besuchen mit dem Designer und Kurator Issey Miyake Modeschauen. Ihr Blog ist überall dabei.
Gestern Vormittag fand in den Hamburger Groves-Tonstudios die offizielle Pressekonferenz zum neuen OTTO-Katalog-Titelmodel Nena statt. Ich habe mich unter die zahlreichen Journalisten gemischt und ein paar Momentaufnahmen und coole Impressionen für euch festgehalten.
Im Februar 2009 erschien die erste Ausgabe der BLONDE. Was früher vielen als das BLOND Magazine bekannt war, erscheint seitdem mit veränderter Redaktion und Ausrichtung als „Modemädchen“. Kathrin und ich haben das Team hinter dem Heft in Hamburg besucht. Wir haben Einblicke gewonnen in Konzept und Entstehungsprozess eines der momentan spannendsten Magazine rund um Mode, Design und Lifestyle, für das ich selbst auch als freie Autorin schreibe. Annika Becker, Chefredakteurin, und Agi Habryka, Textchefin, standen uns im Videointerview Rede und Antwort: