Stil in Berlin besucht Berliner at home, Streetstyle wird zum Spiel, Two for Fashion ist schneller als die New York Times, Designermode zum Selbermachen und Brillen, die Fussballer zu Intellektuellen machen…
1. Die Intellektuellen-Brille
Fußballer werden selten weder auf noch abseits des grünen Rasens für Intellektuelle gehalten. Wenn aber Florian Illies in der Zeit behauptet, Bastian Schweinsteiger sähe mit seinem Brillengestell aus wie ein Kunststudent aus Berlin-Mitte, dann liest man da gerne einmal genauer nach: Florian Illies über die modischen und sportlichen Aspekte von Sehhilfen: http://www.zeit.de/2010/06/Gesellschaft-06
„Es sieht sehr rustikal hier aus, war das dein Konzept?“, fragte die Redakteurin eines Modemagazins Alya Kazakevich bei der Eröffnung ihres a.b.k-Ladenateliers in Chinatown. „Ich bin einfach mit meinem Wohnzimmer hierher gezogen“, antwortet die Russin, die seit 9 Jahren in Brooklyn lebt. Und seit 4 Jahren Lederschuhe, Taschen und andere Accessoires entwirft, näht und hämmert. Ich denke eher an „wesentlich, natürlich und gemütlich“ als ich den mit rauem Holz und Leder gefüllten Raum betrete.
Oft probiert Alya einfach herum und findet heraus, dass man aus Leder, aus dem man eigentlich Reitersättel formt, die schönsten Stiefel herstellen kann. Weil das Design und alle Arbeitsschritte in ihrer Hand liegen, kann sie das Material auf unkonventionelle Art behandeln und die Techniken, die sie bei Barbara Shaum und Vogel gelernt hat, neu erfinden. Holz, Metall und Leder scheinen nur so weit bearbeitet zu sein, wie es die Funktion des Gegenstands verlangt. Einfachheit, Funktionalität und Beobachtung der Natur sind ihre Inspirationsquellen. „Alles ist schon gemacht, Du musst es nur erkennen“, erklärt Alya.