Kathrin

Streetstyle-Blogs inside: Was haben sie, was wir nicht haben?

links: twoforfashion, rechts: © Altamira

Die Welt der Streetstyle-Trophäen ist klein. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich auf Streetstyle-Blogs bekannte Gesichter entdecke. Von Leuten, die ich schon für Two for Fashion fotografiert habe, oder auf anderen Blogs gesehen habe. Weil jeder etwas anderes fragt, erfahre ich oft Neues, wie z.B., dass Maria Kerner, die Dame, die nie schwarz trägt und bei Fashionshows in der ersten Reihe sitzt, Accessoire-Einkäuferin ist. Oder Ken Goh, der Mann mit den goldenen Schuhen, Fashion Director von Harper’s Bazaar Singapore ist. Oder dass die russische Modedesignerin Vika Gazinskaya, ihre Haare extra kantig trägt, damit ihre Kleider softer aussehen.

Einerseits finde ich es interessant zu sehen, wie andere Fotografen die gleiche Person in Szene setzen, andererseits überkommt mich ein leichtes Gähnen angesichts der Enge, die in der Modeszene herrscht. Ich versuche deshalb „Jedermann mit Style“ auf der Straße zu fotografieren. Doch meine gute Absicht beisst sich immer wieder mit der Realität. Wenn jeder zweite, den ich anspreche, selbst über Mode bloggt, Mode verkauft, oder designt. Wenn auch nur zu Hause im Schlafzimmer.

So habe ich mir in einem Jahr als Streetstyle-Fotografin folgende Meinung gebildet: „Sich-Gut-Anziehen“ ist eine Fähigkeit, in der man durch Training immer besser wird, wie in einer Sportart. Leute, die in der Mode arbeiten, spielen in der oberen Liga, weil sie die meiste Erfahrung und Zeit zum „Über-Kleider-Nachdenken“ haben. Das Budget, das man zur Verfügung hat, ist dagegen nebensächlich. Der lebende Beweis: Sarah Palin, die im Wahlkampf Hunderttausende von Dollar ausgegeben hat, um schlechter auszusehen – das jedenfalls sagte Cathy Horyn von der New York Timesüber die Politikerin.

8 Kommentare
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  1. Petra

    Also ich finds beruhigend, das die Anzahl der Superschönen Leute auf den Streetstyle-Blogs sehr überschaubar ist. Wenn man solche Bilder sieht, denkt man immer: Gehen die nie mal ungekämmt und in Jogginghose Brötchen holen?

  2. Kernchen

    Interessante Erkenntnis, die ich absolut teile. Auch ohne das nötige Budget kann man wahnsinnig gut aussehen, gleichzeitig aber auch wahnsinnig tief in die tonne greifen. Das alles ist aber auch noch tagesabhängig. ich glaube, da weiß jede Frau, was ich meine!

  3. Kamma±

    Die Haare extra kantig tragen, um die Kleider softer aussehen zu lassen. Das höre ich ja nun auch zum ersten mal! wie könnte das anders rum funktionieren?

  4. Nicole

    Ich finde es eigentlich schade, dass die Streetrstyle-Blogger sich entweder gegenseitig fotographieren oder aber ihre Freunde aus der Modebranche. Ich bin der festen Überzeugung, dass es auch viele andere gibt, deren Stil es wert ist auf einem Blog zu landen. Nur ist es scherer die zu suchen, statt einfach nach der Modenschau seinen Sitznachbarn zu fotographieren.

  5. Sash29

    @Nicole: Du hast ja so recht! Es lebe die Vielfalt – gerade in der Mode!

  6. lizzy

    ich finde es einfach nur großartig, wenn sich menschen mit soviel verve stylen!

  7. Susan

    @ Petra: Vor allem auch beruhigend, weil es anscheinend nicht nur hübsche, gestylte Menschen gibt. Das Gefühl hat man, wenn man hin und wieder durch die Münchner oder Hamburger City läuft.

  8. Roland

    Interessanter Style aber wäre mir wohl etwas zu gewagt hier im Allgäu ;)

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