
Das Metropolitan Museum of Art ist einer meiner liebsten Orte in New York. In dem überwältigend großen Gebäude befinden sich nicht nur unzählige Kunstwerke – man kann dort auch in eine völlig andere Welt eintauchen: Im rechten Erdgeschoss befindet man sich plötzlich in Ägypten, ein paar Flure weiter kann man die antike Kultur der Inder entdecken, und auf dem Dach genießt man eine sagenhafte Aussicht über den Central Park. Aktuell lockte mich ein ganz bestimmes Thema in das Metropolitan Museum: eine Ausstellung im Textilzentrum zum Thema „Spitze“.

Als ich durch die Sammlung eleganter Spitze aus den unterschiedlichen Jahrhunderten stöberte, war ich erstaunt wie sich ein Stoff im Laufe der Zeit verwandeln kann. Früher war Spitze ein Zeichen des Wohlstands, ein exklusiver Luxusstoff den sich nur die Wenigsten leisten konnten. Schließlich wurde die Spitze damals in aufwendiger Handarbeit gehäkelt …


Bis ins späte 20. Jahrhundert wurde der Stoff in der Massenmode kaum verwendet (außer in der Brautmode oder für Nachtwäsche). In den 80ern machte Madonna den Trend zum Mainstream. In ihrem Video zu „Like A Virgin“ tanzt das Material Girl im Brautkleid mit einem Bustier aus Spitze herum. Plötzlich wollte jeder Teenager in den USA so aussehen!
Zu meiner persönlichen Begeisterung ist der schöne Stoff in den letzten Jahren immer wieder auf den Laufstegen aufgetaucht und war einer der beliebtesten Bestandteile des romantisch-verspielten Vintage Trends. So sah man immer mehr Kleidung mit Spitze oder feinen Spitzendetails in den Editorials der großen Mode-Magazine.

Quelle: Vogue Brazil
Und auch 2012 ist der Trend noch lange nicht verschwunden. So fotografierten zum Beispiel Kapturing das Model Nina Carlsson komplett in Spitze.

Foto: Kapturing
Ich bin total vernarrt in den romantischen Look. Darum habe ich für Euch aus dem OTTO-Sortiment meine liebsten alltagstauglichen Spitzen-Outfits zusammengestellt:



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Viele in unserem Team tragen Spitze, auch wenn wir dafür oft belächelt werden, sind wir stolz darauf. Wir hoffen schon seit längerem auf den großen Durchbruch und das lang ersehnte Revival.
Wirklich “spitze” euer Blog-Beitrag, war lange überfällig dass sich mal jemand öffentlich der Spitze bekennt.
Viele Grüße aus Bonn
Ich ♥ Spitze! Mehr davon
Auch in Deutschland wurden und werden hochwertige Spitzen hergestellt – nämlich in Plauen (Sachsen). Dort entwickelten findige Tüftler übrigens die Verfahren zur Herstellung von Tüll- und Ätzspitze.
Plauener Spitze war heiß begehrt und von höchster Qualität. Leider wurde das Kombinat nach der Wende abgewickelt. Die Marke Plauener Spitze konnte aber gerettet werden und einige Unternehmen in der Region stellen noch heute Spitzen her. Die “Spitzenerzeugnisse aus Plauen” findet man heute mittlerweile auch in anderen Lifestyle-Kategorien – nicht nur in der Mode sondern auch bei den Raumtextilien (Tischdecken, Gardinen, Fensterbilder, …). Nicht nur in der Vergangenheit räumten die Plauener internationale Preise ab. Auch heute sind sie wieder auf Ausstellungen vertreten und erregen viel Aufsehen.
Da ich mit eigenen Augen gesehen habe, welcher Aufwand bei der Produktion betrieben wird, wollte ich einfach mal eine Lanze für die Plauener Spitze brechen. Handwerk hat schließlich handwert.