Wenn Schönheit bewegen soll, dann ist sie selber bewegt. So muss Richard Avedon gedacht haben, als er kurz nach dem zweiten Weltkrieg die Mode-Fotografie revolutionierte. „Vorher kannte man Modefotografie als schöne Frauen in Kleidern mit kommerzieller Absicht. Avedon aber ging es nicht darum, ein bestimmtes Kleid zu verkaufen. Er wollte etwas Außergewöhnliches schaffen,“ so Carol Squiers, die Kuratorin der derzeitigen Ausstellung im International Center of Photography in New York. Mehr als 200 seiner Werke: Vintage-Drucke, Kontaktabzüge, Magazine und viele Variationen von berühmten Avedon-Fotos sind dort zu sehen. Wie diese Version seines wohl berühmtesten Fotos: Der Frau, die mit den Elefanten tanzt.


© 2009 The Richard Avedon Foundation
Wie in einem Traum wiegt sich die zierliche Figur zwischen den massigen Tieren. Und wirkt zwischen ihren groben Beschützern umso zarter. Tiere verehren in Avedons Fotos schöne Frauen genauso wie Männer.
© 2009 The Richard Avedon Foundation
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Avedon sah Mode und Porträt-Fotografie nicht getrennt. In der Bewegung und dem Ausdruck der Models wurde die Mode eins mit der Persönlichkeit ihrer Trägerinnen. Und diese: Lauren Hutton, Marylin Monroe und Veruschka wurden mit seinen Fotografien in Harper’s Bazaar und Vogue berühmt. Da es ihm nicht nur um Schönheit ging, sondern um eine komplexe Stimmung, hatten es ihm vor allem Charaktere angetan, wie Suzy Parker, Penelope Tree und Nadia Auermann. Die er rennen, hüpfen und tanzen ließ, um ihre Eigenheit im Moment der Bewegung einzufangen.
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Avedon stammte aus einer jüdischrussischen New Yorker Familie. Sein Vater führte einen Textilien-Laden, so dass er nicht nur in der Familie, sondern auch dort mit vielen Frauen in seinem Umfeld aufwuchs. Als Teenager begann er zu fotografieren. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort wurde er von Alex Bradowich, dem Art Direktor von Harper’s Bazaar entdeckt, und begann dort 1943 seine Karriere als Titel-Fotograf.

1950 war er der meist kopierte amerikanische, redaktionelle Fotograf. Als erster engagierte er Fake-Paparazzis und ließ sie seine Models jagen, während er die Szenarien fotografierte.
© 2009 The Richard Avedon Foundation: Am rechten Bildrand unternahm Avedon eine manuelle Bildkorrektur (ohne Photoshop).
Avedon deckte mit der Veröffentlichung von Fotos echte Affären auf, wie die von Richard Burton und Elizabeth Taylor. Außerdem war er einer der ersten Fotografen, der mit schwarzen Models zusammen arbeitete.
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In den 50er Jahren fing er die Stimmung ein von dem wir noch heute träumen, wenn wir von Paris träumen. Dabei ist er einer der wenigen Mode-Menschen, die Gabrielle alias Coco Chanel nicht bewunderte. Sondern aus politisch-persönlichen Gründen verachtete. Und das mit seinen Mitteln, der Fotografie zeigte. Im Gegensatz zu den Frauen, die er liebte, setzte er Gabrielle in ein hässliches Licht.

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So strafte er sie dafür, dass sie lange mit einem Nazi, einem Deutschen Diplomaten, liiert war. Auch in vielen anderen Fotos sind Avedons eigene Emotionen sichtbar. Seine Models strahlen Avedons Nachkriegs-Euphorie in Form von Optimismus, Ausgelassenheit und Freiheit aus. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff “Avedon blur”: Die halb scharfe, halb unscharfe Bewegung in seinen Schwarzweiß-Fotografien.
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In den 60ern und 70ern provozierte er bei der Vogue mit der sexuellen Revolution der Frau. Hier mit Lauren Huttons Busen.

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In den fünf Jahrzehnten, in der er Mode fotografierte, wurden seine Bilder immer narrativer.
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2004, seinem letzten Jahr, ließ sich Avedon vom New Yorker als redaktioneller Fotograf anstellen. 1978 wurde seine Arbeit zum letzten Mal zu seiner Lebzeit im Met ausgestellt. Am 15. Mai dieses Jahres, als die Ausstellung im ICP eröffnete, wäre Avedon 86 Jahre alt geworden.
Für mich ist er eine Legende!
International Center of Photography
Richard Avedon 1944-2000
Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. September
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Geniale Bilder und ein genialer Mann!!!
Fotografie ist eine große Kunst, die zu wenig gewürdigt wird. Vor allem die analoge, vor der Photoshop-Ära. Wahnsinn, wie viel Handwerk dahinter steckt!
Kommt diese Ausstellung auch nach Deutschland?
Das würde ich auch gerne mal sehen!
Coco Chanel ist/war eine ganz coole ältere Lady, wenn auch im schlechten Licht. Kommt nicht bald der Film in die Kinos? Ich freue mich schon drauf!
Ganz schön (an)mutig, so zwischen den Elefaten …
gallinano hat ein besseres model-tod- bild