Kathrin

Rezessions-Mode: Moderat, Darling & Gaga

Auch wenn es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, die Folgen der Krise sind aktuell. Viele Verkaufs- und Büroflächen stehen immer noch leer, neue Labels und Pop Up-Stores sprießen wie Pilze aus dem Boden. Zeitungsartikel erscheinen über Design, das sich in schlechten Zeiten gut verkauft. Und die von der Rezession geprägte Mode hängt in den Läden. Anders als bei der Krise 1929, die bewirkte, dass die Röcke immer kürzer wurden, brachte die Wirtschaftskrise 2009 viele Looks und Fashion-Statements hervor. Im Sommer rieten Experten den Designern, keine Basics zu entwerfen, sondern Kleider, die so verführerisch sind, dass man ihnen nicht widerstehen kann. Darling-Designs, die die Vernunft aus- und das Begehren einschalten. Auch glänzende, knallige und verrückte Mode wurde beliebt, mit der man sich vom Ernst der Rezession ablenken konnte. Wie Lady Gaga, die mit superschrägen, coolen Looks überspielt, dass sie nicht so betörend gut singen kann: die wahre Gewinnerin der Rezession!

Recessionsmode

Moderat: Blusenbody, Taft-Rock, Softclox, Armreif

Darling: Bikerjacke, Kleid, Pumps, Handschuhe, Glitzerleggings

Gaga: Rock, Body, Stiefel, Handtasche

Weniger extrovertierte New Yorker belebten die Betrüger-Mode wieder. Und täuschten mit dem Betrügerchen aus den Fünfziger Jahren – ein Kragen ohne Bluse, der unter Strickjacken getragen wird – vor, dass sie sich weiterhin neue Blusen leisten können.

Hemden

Nur die heimlich reich Gebliebenen verrieten sich dadurch, dass sie sich moderat gaben. Die Rolex blieb auf dem Nachttisch liegen, denn der Neid der Anderen tat nicht mehr gut, sondern wurde gefährlich. Die Strategie lautete: Dress Down, moderate Materialien und Farben wählen und sich noch einmal in den Kleidern der letzten Saison zeigen, wie die Designerin Vivienne Westwood, die Mode so lange trägt, bis sie komplett verschlissen ist. Auch andere Wege, die Lebensdauer von Mode zu verlängern, wurden wieder beliebt, wie das Re-Interpretieren von Designs.

AndreaCrewby Maja Bergstrom

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© Andrea Crews

Beim Pariser Designteam Andrea Crews, das Label- und No-Name-Restbestände aus Lagern aufkauft, kann man sich von den besten Re-Designs inspirieren lassen. In Paris habe ich einen Mantel von ihnen aus zwei Reißverschluss-Jacken anprobiert und einen zum Cape umgeschneiderten Fred Perry-Pullover.

Dass wir aus der Krise lernen, ist das Ziel. Und dass Designer und Konsumenten in Zukunft Ressourcen bewusster und weniger verschwenderisch einsetzen.

AndreaCrews

7 Kommentare
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  1. Chnuffel

    Betrügerchen, sensationell! So ähnlich wie der Trick mit den Bodyhemden, die – zauberhaft – an jeder Ecke und Kante nicht aus der Hose rutschen. Net schlecht unsere Ahnen!

  2. Teletubby

    Ich hab gestern ein Interview mit Lady Gaga gesehen, da war die ja ganz anders als im Fernsehen. Fällt mir hier nur gerade ein. Das dritte Outfit ist echt ein bisschen gaga.

  3. Kloddi

    Hey, berichtet ihr morgen über das modische Alstervergnügen? Ich bin das erste Mal AUF der Innenalster gejoggt und was ich da an modischen Fauxpas und verrückten Outfits gesehen hab, das geht zum Teil nicht unter die Kuhhaut :) HH hat halt immer was zu bieten

  4. susan

    @Kloddi: du hast ja so recht! hh hat immer was zu bieten. so wie die damen hier auf den fotos: gewagt, ausgefallen und provokativ. aber so ist mode eben!

  5. Pingback: Tweets die Two for Fashion: Mode, Design, Lifestyle Blog – powered by OTTO: » Rezessions-Mode: Moderat, Darling & Gaga erwähnt -- Topsy.com

  6. Noni

    ja apropos gaga – wer hat den auftritt von lady gaga am we bei den grammys gesehen? es war grandios. zwar mal wieder sehr ausgeflippt, aber sie wäre ja auch nicht lady gaga ohne ein bisschen gaga zu sein!

  7. Pingback: Lady Gaga: Drei Privatjets f

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