Während Andrea von der Parsons Abschlussschau in New York berichtete, ließ ich mich in Paris von den Entwürfen der Parsons-Absolventen inspirieren – Parsons-Modedesigner haben das Glück, dass sie in meinen beiden Lieblingsstädten studieren können, da Gründer Frank Alvah Parsons 1916 seine New Yorker Schule nach Paris exportierte, um den franko-amerikanischen Ausbildungsaustausch zu fördern. Dass dieser Austausch auch noch heute rege ist, merkte ich daran, dass ich zufällig zwei Bekannte aus New York traf, die jetzt als Designerinnen bei Maison Martin Margiela und Damir Doma in Paris arbeiten. Und die wie ich auf der Suche nach neuen Talenten bei der Schau waren.
So würde ich mich nicht wundern, wenn die Designerin Yelim Hong bald in einem der beiden exzellenten Designhäuser arbeiten würde – war sie nicht nur meine Favoritin, sondern gewann auch den Thimble Award. Der ihr übrigens von dem Botschafter-Designer Maurizio Galante überreicht wurde.
Was hatte Yelims Kollektion, das andere nicht hatten? Mich faszinierten die Raffinesse der Konstruktion und die Proportionen und Oberflächen der gestrickten 3D-Texturen, die natürlich und leise schön sind. Ob ein Design funktioniert, entscheidet sich für mich mit der Bewegung am Körper. Yelims Strickkreationen wippten sanft und die pelzigen Designs von Kathy Fassihi wehten dramatisch hinter den Models her. Die ebenfalls ausgezeichneten Designs von Juliane De La Torre lagen dagegen still am Körper an und überließen dem Zusammenspiel der Farbfelder die Spannung.
Vor den sieben Designern, die ihr Studium abschlossen, durften auch die jüngeren Semester ihre Kreationen in die Manege des Cirque d’hiver schicken. Zwei erfolgreiche Ehemalige, Hadley Johnson und Georgia Hardinge, beendeten die Schau mit ihren aktuellen Kollektionen.
Im Vergleich zu der Royal Academy in Antwerpen und der Central Saint Martins School in London ist die Mode der Studenten der Parsons-School angewandt und verführt zur imaginären Anprobe. Dabei kann man die Vision eines Studenten natürlich nicht als gut oder schlecht einstufen, weil sie prima oder gar nicht in den eigenen Kleiderschrank passt. Ich finde es immer ein bisschen schade, wenn sich die Studenten nicht noch mal zum Schluss so richtig austoben. Als angestellte Designer sind sie auf die künstlerische Vision angewiesen, die sie im Studium entwickelt haben, die sie zu tragbaren Designs inspiriert. Einen wallenden Pullover von Yelim hätte ich trotzdem gerne als Andenken an Paris mitgenommen.
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Oh wie toll, bei so einer Show würde ich auch mal gerne Mäuschen spielen!
Ist das eine Zirkusmanege? Tolle Location und wirklich wunderschöne Kleider. Schön, dass du wieder da bist Kathrin!
juliane de la torre finde ich genial!
Hey ihr Lieben
Lese euren Blog schon seit ein paar Jahren und hatte auch schonmal die Ehre bei euch einen Otto Gutschein zu gewinnen <3
Ich finde das letzte Kleid sehr schön und der Pulli beim 5. Bild ist genial! Seit ein paar Monaten hab ich nun auch einen Blog, wenn ihr wollt schaut doch mal vorbei
glg
@ Vera: Habe gerade deinen Blog ausgeckeckt, sehr schön! ich werde regelmässig vorbei schauen!