Mahret

Paris Fashionweek 06, Fazit: Shows, Performances, Mode, Kunst, Menschen

Seit Montag bin ich zurück im verregneten Berlin und habe die letzten beiden Tage damit verbracht, Bilder zu sichten, Exposés zu durchblättern und das ganze Gesehene zu verdauen. Heute bin ich bereit für ein erstes Fazit, dass sich auf eine simple Formel runterbrechen lässt: Paris war toll! Ich habe viele wunderschöne Dinge gesehen, nette Menschen kennengelernt, habe gute Fotos machen können und als wäre das nicht schon genug, das Wetter war fantastisch!

Meine Highlights habe ich in einem kleinen Video zusammengefasst:

Bernhard Willhelm

Die Showbesucher habe ich bereits in einem anderen Beitrag vorgestellt. Hier geht es nun um die Show. Der gebürtige Ulmer und Wahl-Pariser kleidete seine Models in Kleider mit gewohnt bunten Prints und ungewöhnlichen Schnitten. Dass er beim belgischen Enfant Terrible Walter van Beirendonck gelernt hat, ist unverkennbar. Willhelms Kollektionen haben immer viel Witz, ebenso ihre Präsentationen. Zu dröhnenden Bässen marschierten die Models mit Grünzeug im Haar zwischen den sitzenden Gästen hindurch, die in Dreieckesgruppen im Raum angeordnet waren.

Mehr Informationen zu Bernhard Willhelm hier.
Zu den Streetstyles vor der Bernhard Willhelm Show hier.

Bless

Ines Kaag und Desirée Heiss vom Französisch/Deuschen Designteam Bless sind Fashionshows zu langweilig. Die beiden verstehen sich ohnehin nicht als saisonabhängige Modedesignerinnen, sondern versuchen eher dauernde Designobjekte zu schaffen. Wie das genau aussieht, kann man sich auf ihrer Website ansehen. Die jüngsten Kleidkreationen haben Bless in Paris in Form von vier kleinen Performances vorgestellt. Kleine Gruppen von Models, gekleidet in Bless, führten akrobatische Übungen vor. Die Besucher konnten zwischen den Darbietungen hin- und herschlendern.

Gaspard Yurkievich

Hat bereits einen eigenen Beitrag auf Two for Fashion bekommen. Wer mehr über den Pariser Designer wissen möchte, schaut am besten hier nach.

Haider Ackermann

Ist mit Rick Owens und Ann Demeulemeester einer meiner Lieblingsdesigner. Umso erfreuter war ich, dass mich einer der Türsteher aus einer Menge wartender OHNE Ticket rauspickte um mir Einlass zu gewähren. Meine Liebe zu Haider muss mir im Gesicht gestanden haben … Mein Stehplatz war zum Schauen ganz gut, schlechter aber zum Fotos machen. Für die in gewohnt gedeckten Farben gehaltenen Entwürfe des Belgiers fanden Leder, Jersey und fließende Seide Verwendung. Die Show selbst war sehr atmosphärisch aufgeladen. Eindringliche klassische Musik, Arien italienischer Opern und langsam schreitende Models, die den Zuschauern das ein oder andere AH und OH zu entlocken vermochten. Düster, düster, Herr Ackermann, aber ganz wunderbar!

Bilder der aktuellen Kollektion hier.

Eine Fashion-Performance …

versprach die Einladung von Alex Murray-Leslie from Chicks on Speed, Krõõt Juurak and pelican avenue. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Drei Damen die durch eine Stoffinstallation kletterten und die Stoffe mit Teppichmessern, an den Mikrofone befestigt waren, zerfetzten. Die Geräusche wurden über Verstärker und Boxen in die kleine Gasse im Pariser Viertel Marais getragen. Verwirrte Gesichter sowohl der Besucher, als auch der Anwohner, als eine der Damen zum Mikrofon griff und verzerrte Laute zum Besten gab. Anschließend gab es Kuchen und Champagner …

4 Kommentare
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  1. Ingo

    Ein toller Post. Frage mich: Ist das alles jetzt noch Mode oder schon Kunst?

  2. samira

    die bless performance sieht spannend aus!

  3. Honeymaus

    Chicks on Speed macht dem Namen alle Ehre!
    Wie abgefahren!!!

  4. Mariechen

    Gaspard Yurkievich macht tolle Mode. Sehr weiblich und romantisch ist sie. Toll!

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