Kathrin

Nadia, Klappe 2: Modelfreundinnen in Manhattan

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Die deutschen Models Nadia (28) und Monique (25) haben sich vor zehn Jahren in der Agentur Mega-Models in Hamburg kennen gelernt. Und sich bei den CPD Modenschauen in Düsseldorf angefreundet. Nun wohnt Monique, die ursprünglich aus Bonn kommt, schon seit zwei Jahren ein Stockwerk unter Nadia in Manhattan. „Das Haus, in dem wir wohnen, ist ein cooles Haus für alleinstehende Frauen“, scherzt Monique. „Viele junge Leute. Und die Gegend um den Gramercy Park ist auch angenehm.“ Die beiden posieren für internationale Hochglanz-Magazin-Kampagnen und Modestrecken. Und besuchen sich täglich – auch, um Kleider zu tauschen. „Wir haben die gleiche Größe, wie eigentlich alle Models“, so Nadia.

Jeder hat ein Bild vom Leben eines Models. Was ist im wirklichen Leben anders?

Monique: Alle denken, dass wir in unserer Freizeit ungeschminkt sind. Das stimmt nicht. Nadia wird beim Schmink-Kaufhaus Sephora der rote Teppich ausgerollt. Sie ist die Make-Up-Queen und hat mir zum Geburtstag eine Bodylotion geschenkt, die „Fat Girl Slim“ heisst. Nett, oder?

Nadia: Viele denken, wir essen nichts. Männer täuschen sich, wenn sie meinen, dass sie deshalb beim Dinner-Date billig davonkommen.

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Wenn es nicht stimmt, dass Models nichts essen, warum sind die meisten dann so dünn?

Monique: Weil sie noch Kinder sind und Kinderkörper haben. Die Mädchen auf dem Laufsteg sind zwischen 15 und 21 Jahren alt. Und „fresh off the boat“ (frisch vom Dampfer).

In eurem Alter läuft man da nicht mehr mit?

Monique: Nein. Ich bin vor zwei Wochen 25 geworden. Aber ich frage mich gerade, ob ich das sagen darf. Ich sollte mich eigentlich jünger machen, weil das alle Models machen. Der Laufsteg ist gut, um gesehen zu werden. Später muss man Charakter haben, um für Werbung, Modestrecken und Kataloge gebucht zu werden.

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Warum wolltest Du Model werden?

Monique: Ich wollte gar nicht Model werden. Ich wurde mit 14 in einem Hotel in Andalusien entdeckt und bin da so reingerutscht.

Was waren deine bisher größten Erfolge?

Monique: Eine Kampagne von PORTS, die in ganz New York riesengroß am Flughafen und auf Telefonzellen zu sehen war, ist so gut angekommen, dass die Designerin mir Kleider geschickt hat. Und ich Fanbriefe bekommen habe. Ein anderes Highlight war, als ich den Film „The Devil wears Prada“ gesehen habe und ein Poster, auf dem ich zu sehen bin, im Hintergrund entdeckte.

Nadia: Hättest Du dafür nicht Geld für bekommen müssen?

Monique: Ich denke, mein Auftritt war zu kurz.

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Was ist anders in New York als in Deutschland?

Monique: Man muss hier schon „trendy“ und „updressed“ sein, um gut anzukommen. Dünn sein, bedeutet reich zu sein. Denn es kostet viel Geld, sich gesund zu ernähern und ins Fitness Studio zu gehen. Man wird schon sehr übers Äußere definiert. Was traurig sein kann, wenn es nur noch um die Oberfläche geht.

Wie überlebt man das?

Monique: Die meisten unserer Freunde sind Deutsche. Eine Fotografin, mit der wir alle arbeiten, nannte uns neulich den „deutschen Clan“…

10 Kommentare
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  1. larissa

    ein ganz schöner film kathrin!!! wer träumt nicht davon mal als model in new york zu leben? und die beiden scheinen ja trotz magerwahn etc. viel spaß zu haben.

  2. Cadja

    Was für tolle Frauen, macht richtig Spaß sich das anzugucken!!!

  3. Zippie

    Oh die Nadia ist wirklich bildhübsch! man träumt ja immer von einem modelleben, weil man sich das alles sehr einfach und unkompliziert vorstellt, aber dieser “dünnwahn” ist ja keineswegs easy zu handeln. Respekt, das ist echt ein hartes business!

  4. Patricia

    Es macht Spaß Euch im Film zuzuhören. Und Eure Fotos sind toll.

  5. Petra

    Jeden mit dem ich spreche, nerven die glattgebügelten Photoshopgesichter und -körper der Models. Warum wird das eigentlich trotzdem fast flächendeckend gemacht? Schließlich war doch die Dove-Kampagne auch sehr erfolgreich und zeigte Frauen, die nicht ganz so makellos waren?!

  6. Kathrin

    @Petra Obwohl die Frauen in der Dove-Kampagne nicht makellos waren, wurden sie gephotoshopt. Denn obwohl nicht spargel dürr, sahen die Frauen super aus: Ihre Haut glänzte, weder blaue Flecken oder Falten in Sicht….Die Realität sieht immer ein bisschen anders aus. Wie weit man das Echte nachstellt, oder sich davon entfernt, entscheidet der Fotograf. Je nachdem, was er mit dem Bild sagen will. Werbefotografen versuchen eben die Models so schön wie möglich zu machen…

  7. max_heidt

    schöner beitrag, aber die musik ist wirklich gruselig…

  8. Sara

    Es muss schon toll sein, wenn man sich selbst riesengroß in New York am Flughafen und auf Telefonzellen oder in „The Devil wears Prada“ sieht. Klingt spannend, trotz der harten Arbeit. Aber dann weiß man wenigstens wofür man arbeitet!

  9. Nina82

    Ich finde die Dove Werbung sensationell. Gerade weil die Frauen dort nicht dünn und modellhaft sind – endlich mal ein schlauer Spot, der uns Frauen so darstellt, wie wir sind! Man wird irre bei dem ganzen Hype um Dünnsein, toll aussehen, perfekt rüberkommen…

  10. kev

    Eine der wenigen die an ihren Modeltraum festgehalten haben! Manhatten ist natürlich eine Hausmarke.

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