So seltsam war sie gar nicht. Die Schönheit, die im Moment im International Center of Photography ausgestellt ist. Die meisten der über 100 Modestrecken kannte ich nicht, dafür aber die Fotografen, darunter Cindy Sherman, Miles Aldridge und Sølve Sundsbø. Wie in der Realität, schienen sie sich um die besten Plätze zu streiten. So voll waren die Wände „tapeziert“.

Michael Thompson
Ruffled Neck, New York City, 2007
© Michael Thompson
Den „Meister“ dieses Fotos – das beste Porträt der Ausstellung – habe ich schon für Two for Fashion interviewt.
Da fast alle Fotos sehr individuell und ausdrucksstark daher kamen, war es eine gute Entscheidung der Ausstellungsmacher Carol Squiers und Vince Aletti, sie nicht in ein starres Rahmen-Muster zu pressen. Stattdessen bevölkerten die Models auf bunten Drucken den hohen Raum wie ein Teenager-Zimmer. So konnten die Stylings untereinander kommunizieren: Aldridges roter Mund zeigte den launischen Liebenden Linda Evangelista und Tyson Ballou von Steven Klein die perfekten Zähne. Und seinen Riesen-Diamantring.

Miles Aldridge
Spot the Fake #1 (Published: New York Times, T Magazine), 2006
© Miles Aldridge

Steven Klein
Untitled, 2008
© Steven Klein
Steven Klein inszeniert Archetypen wie Krankenschwestern und schöne Hausfrauen zwischen Langweile und Verzweiflung. Mert Alas und Marcus Piggott stylten Models wie Schaufensterpuppen. Und Cindy Sherman wie immer sich selbst. Nur Bilder meines Lieblings-Fotografen Daniel Sannwald konnte ich nirgends entdecken. Dafür jede Menge Camouflagen: Menschen und Objekte passen sich wie Chamäleons dem Hintergrund an. Diamanten sind beispielsweise so auf Christbaumkugeln angeordnet, dass man sie kaum mehr sieht. Sølve Sundsbø versteckt seine Models in einer schwarzweißen Schachbrett-Welt. Eine fotografische Umsetzung der Galeristen-Wahrheit: Kontext ist alles. Die auch auf die Modewelt zutrifft. Wir hüllen uns in Drama, Romantik, Macht und Sex. Nicht nur in Stoff. Der Zusammenhang mit der Umgebung verleiht den Kleidern und Marken ihren imaginären Wert. Deshalb ziehen sich Models auf Fotos auch immer aus. Und nicht an.

Tim Walker
Alice Gibb and Olga Sherer, Sennowe Park, Norfolk, England, November 2007
© Tim Walker

Juergen Teller
© Juergen Teller
Weird Beauty – Fashion Photography Now
International Center of Photography
1133 Avenue of the Americas at 43rd Street
January 16 through May 3, 2009
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Das Bild von Tim Walker macht mir ein bisschen Angst. Das Portrait von Thompson hingegen finde ich grandios! Die Bilder erinnern mich eh ein bisschen an die Traumfrauen-Ausstellung in Hamburg.
Grandiose Bilder! Danke fuer den tollen Tipp — eine Ausstellung, die ich mir auf jeden Fall noch anschauen werde!!
Sehr extravagantes Foto! Unheimlich unddoch anziehend.
Wow, Meister Thompson hat den Hals der Dame ja quasi unendlich lang hinbekommen! Wahnsinn, wie bei einer Giraffenfrau. Das Foto mag ich.
bin großer jurgen teller fan. erinnert sich jemand an das shooting mit ihm selbst und charlotte rampling in einem hotelzimmer in paris? wurde glaub ich mal für ne marc jacobs kampagne fotografiert.
Wirklich interessant. Wobei die Bilder meines Erachtens mit Mode so wenig zu tun haben, wie die Bilder, die ich selbst mache.
Bitte nicht falsch verstehen, die Fotografien sind spannend und alle für sich interessant. Die Fotografen sind erfahren und haben tolle Arbeiten geleistet.
Die Ausstellung ist ein lohnenswerter Tipp.
Miles Aldridge's Foto kenne ich aus unzähligen Nachahmungen. Keine so gut wie das Original. Wirklich ne schöne Bildkomposition.
…macht Lust auf mehr.
ich liebe die teils bizarren mode-inszenierungen! das ist einfach inspirierend. muss man ja nicht alles gleich nachahmen.
Olga Sherer sieht aus wie ein Osterei, hihi
Erinnert sonst aber auch ein bisschen an die Gemälde von Hieronymus Bosch.
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