Gegen Ende jeder Fashion Week bin ich immer wieder froh, dass ich die Woche überlebt habe. Und habe Durst auf all die Mode, die es erst nach einem langen kalten Winter geben wird … vielleicht. Oft träumt man monatelang, um dann im Frühling festzustellen, dass es das Teil nicht in die Läden geschafft hat. Daher, liebe Einkäufer, ist dieser Post für Euch. Hier sind fünf Designer, die Ihr unbedingt bei Eurer Auswahl beachten müsst!
Mehr über Duro Olowu, Concept Korea IV, Doo.Ri, Helmut Lang und Mark Fast gibt’s jetzt!
1. DURO OLOWU: Ein Fest der exotischen Farbkombinationen
Auf Duro Olowus Talent wurde ich zum ersten Mal aufmerksam, als er für den Swiss Textile Award nominiert wurde. Doch die Präsentation im Milk Studio übertraf meine Erwartungen: Eine solch fröhliche, ausgelassene Atmosphäre war mir so noch nie auf dem Laufsteg begegnet. Lachende Models hatte ich bisher nur aus der Ferne bei Sonia Rykiel in Paris gesehen. Die Stimmung war jedenfalls genauso großartig wie die bunt gemusterten, afrikanischen Kleider, die sich dank ungewöhnlicher Farbkombinationen gegenseitig zum Leuchten brachten. Auch wenn die meisten Kleider aus mehreren Stoffen zusammengewürfelt waren, wiederholten sich die Muster nicht. Wie um ein größeres Bild zu schaffen, wählte der in London lebende Nigerianer Duro Olowu die Teile des Ganzen so gekonnt aus wie ein Profi-Puzzler und paarte vibrierende Stoffe mit klassischen Schnitten, die an eine 70er-Jahre-Gartenparty erinnerten. Ein Boho-Kleid gefiel mir besser als das andere, so werde ich bis nächsten Sommer die Zeit zum Überlegen brauchen, in welchem Kleid ich mich auf der ersten Dachterrassen-Party blicken lasse …
2. Concept Korea IV: Eine Märchenwelt für Damen
Das Modekollektiv Concept Korea IV, ausgewählt vom koreanischen Kultusministerium, lud zur Präsentation ihrer Kollektionen in die imposante Avery Fisher Hall am Lincoln Center ein. Die marmorne Halle mit deckenhohen Fenstern allein ist schon eine Augenweide. Im Mittelpunkt standen natürlich die Kollektionen der Designer Doho, Resurrection, Son Jung Wan, Steve J & Yoni P und Lie Sang Bong. Vor allem die Kollektion des letzteren, welche den Titel „Over the Rainbow“ trägt, gefiel mir mit Abstand am besten. Inspiration für seine Entwürfe in schillernden Pink-, Türkis- und Gelbtönen fand Designer Lie Sang Bong in traditionell koreanischen Architekturelementen, genannt „Dancheong“. Dieser Begriff beschreibt die Kunst, aus Holz erbaute Gebäude mit einer Kombination aus organischen Mustern und geraden Linien zu bemalen. Fazit: Eine rundum gelungene Kollektion, die Energie ausstrahlt und gute Laune versprüht. Die begleitende Party war übrigens auch ein Riesenspaß – neben unzähligen asiatischen Geschäftsleuten mischten sich jede Menge Fashion-People ins bunte Treiben, darunter auch Hollywoodstar Vanessa Hudgens und das koreanische Topmodel Hyoni Kang.
3. Doo.Ri: Eleganz im Detail
Vielleicht liegt es daran, dass ich beim Fliegen noch nie „upgegraded“ wurde. Im Ausgleich werde ich nun bei fast jeder Show vor Ort einige Reihen weiter vorn platziert. Bei der letzten Fashion Week bin ich ja der Frage nachgegangen, wer zu den großen Schauen wie Marc Jacobs und Calvin Klein eingeladen wird, wenn nicht wir Blogger. Im Angesicht der gähnend leeren Front Rows dieses Jahr dachte ich mir, es müssen die falschen Leute sein, wenn sie nicht kommen. So hatte ich die Ehre bei Doo.Ri ganz vorn neben Hamish Bowles (European Editor at Large für Vogue) zu sitzen und zu beobachten, wie er in sein Notizheft feine Skizzen von den Kleidern zeichnete. Ich verliebte mich in seine akkuraten Strichzeichnungen, die aussahen, als hätte er die Kleider selbst entworfen und nicht nur eingefangen. Und in die Details, die an mir vorbeirauschten, wie Ledergürtel, die wehende Stoffe bändigten (ähnlich wie bei der Lanvin-SS-2011-Kollektion), Goldapplikationen an Schuhen und Ketten, Fransen an Anzügen und in das viele viele Weiß.
4. HELMUT LANG: Purismus-Chic
Das Designer-Duo um HELMUT LANG präsentierte seine neue Kollektion in lässiger Off-Location am Pier 57 im Meatpacking District direkt am Hudson River. Bevor die Show losging, konnte ich noch einen Blick auf „Elle“-Stilchefin Kate Lanphear (natürlich in der Front Row) und Star-Bloggerin Susie Bubble (komischerweise in der zweiten Reihe sitzend) erhaschen. Die in Schwarz, Weiß und Schwarz-weiß gehaltenen, minimalistischen Looks hätte ich am liebsten allesamt auf der Stelle eingepackt, vor allem die asymmetrischen, halbtransparenten Layering-Oberteile und die lässigen 3/4-Hosen mit Kordelzugbund. Hingucker waren die vereinzelten Outfits in strahlendem Sonnengelb – übrigens die Trendfarbe des kommenden Frühlings!
5. Mark Fast: Sexy Technogirl trifft Captain Future
Eigentlich war der Londoner Designer Mark Fast dafür bekannt, auch kurvige Models über den Laufsteg zu schicken. Doch in seine Kollektion SS 2012 passen nur gertenschlanke Mädchen hinein, die Kleider sitzen so eng wie eine zweite Haut. Die Schlauchkleider in Neon- bis Pastellfarben sind genau das Gegenteil von dem, was ich gern trage. Aber gerade weil die futuristischen Techno-Designs spontan starke, negative Gefühle bei mir auslösten, fand ich sie auf den zweiten Blick umso interessanter. Solche Ganzkörper-Strumpfhosen tragen sicher die Außerirdischen auf dem Planeten, den wir noch nicht entdeckt haben. Und über den Glitzerschmuck senden sie sich Nachrichten zu. Diese Looks werden wir wohl an Sängerinnen wie Katy Perry oder Britney Spears wiedersehen. Und die Strumpfstiefel an den Beinen der Besucherinnen der nächsten Fashion Week. Wie Mark Fast mit dem Stretchmaterial umgeht, seine Models darin quasi „eingießt“, finde ich faszinierend. Ebenso interessant ist, dass keine Naht sichtbar ist und wie die Haut durch die Netze schimmert. Weil ich so etwas noch nie vorher gesehen habe, schaffte es diese Schau in meine Top 5 der SS-2012-Kollektionen. Ein wenig lag es auch an der coolen Präsentation auf dem Drehlaufsteg.
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Wie geil sind denn bitte diese Tüllkreationen mit passenden Schuhen. Das ist aber nicht unbedingt ganz neu, oder? Zumindest habe ich in diesem Jahr schon relativ viel solcher Stücke entdeckt. Schön trotzdem!
Helmut Lang übertrifft sich wie immer selbst – irre chic!
also ganz ehrlich, diese stiefelstrümpfe find ich schon iwie cool
ich finds schön wie sich diese Schulterlinie von Helmut Lang durch die ganze Kollektion zieht, gefällt mir!
Die Boho Kleider von Duro Olowu sind extrem geil, die Strumpfstiefel aber auch! I like
Ich glaube ich will meiner Freundin so ein Duro Kleid schenken. Wo kann ich es bestellen?
Hallo Marco,
bei http://www.net-a-porter.com/Shop/Designers/Duro_Olowu.
Liebe Grüße
Sina
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