Interview: Schmuckdesignerin Saskia Diez

Saskia Diez

Den Schmuck von Saskia Diez gibt es auch in New York und Paris, ich probiere ihn am liebsten in ihrer Boutique am Baldeplatz in München an. Ich bin stolz auf meine Heimat, weil der Schmuck, der mir besser gefällt als der von Tiffanys, aus Bayern kommt. Oft schaue ich mir das Geschmeide lieber an, als es zu tragen. Es sollen keine schweren Klunker an meinem Körper hängen, ich möchte meiner Haut eine kleine Aufmerksamkeit schenken und mein Selbstwertgefühl stärken. Mich fasziniert, wenn es jemand schafft, mit kleinen Mitteln eine große Wirkung zu erzeugen, wie Saskia Diez. So habe ich bei ihrer Präsentation in Paris der Schmuckdesignerin ein paar Fragen gestellt – mit zwei ihrer Werke am Arm.

Saskia Diez

Saskia Diez

Gibt es einen roten Faden, der sich durch Deine Designs zieht?

Mein Schmuck ist sehr persönlich. Jedes Stück beginnt mit einem Dialog, den ich mit mir führe. Dabei kommen die Entwürfe einfach aus mir heraus. Bei mir löst nicht eine Saison die andere ab. Ich arbeite immer weiter an einer Kollektion, die wie eine Geschichte ist, die sich immer fortsetzt.

Geht es in dieser Geschichte um Minimalismus?

Viele meiner Sachen wirken unspektakulär, wenn man sie einfach nur im Laden liegen sieht, und kommen erst getragen richtig zur Geltung. Wie meine Ohrringe, die erst toll aussehen, wenn sie die Sonne reflektieren. Es sind eigentlich nur schlichte, polierte Silberplättchen, die aneinandergehängt sind, aber genau das ist ihre Stärke: Dass sie wesentlich mehr werden, wenn eine Frau sie trägt und das Licht mit ihnen spielt.

Saskia Diez

Saskia Diez

Dann war die Grundidee, mit Schmuck Sonne einzufangen?

Genau. Ich war in München unterwegs und habe eine Frau mit einem Spiegel vor dem Gesicht gesehen, der in der Sonne blinkte. Ich beschloss, diesen Lichtreflex mit ganz einfachen Formen in Schmuck einzuarbeiten. Darauf habe ich nach und nach eine Kollektion aufgebaut.

Kannst Du mir von weiteren Themen erzählen, die Dich beschäftigen?

Ich liebe Schmuck, der mit der Haut verschmilzt – wie sehr feine Ketten, die man kaum sieht aber   wahrnimmt, weil man sie spürt. Ein Schimmer, ein schöner Moment, in dem sich die Frau Schmuck anlegt, mit dem sie sich anders fühlt.

Trägst Du immer Deinen eigenen Schmuck?

Ja. Ich besitze überhaupt keinen anderen Schmuck. Ich bekomme ja nichts – kein Mensch schenkt mir Schmuck! Aber das macht auch Sinn, weil ich wissen muss, wie die Sachen sich anfühlen. Ich habe jede Saison ein oder zwei Lieblingsteile, mit denen ich mich besonders gerne schmücke.

Saskia Diez

Saskia Diez

Saskia Diez

Warum benutzt Du durchsichtige Gummibänder, auf die Du Perlen, Gold und Silber auffädelst?

Ich mag den Reiz des Unkomplizierten. So kann man sich meinen Schmuck einfach überwerfen und hat visuell keine Unterbrechung durch einen Verschluss. Ich verwende nie Standardhaken, sondern mache die Verbindung der Enden zum Thema der Gestaltung – wie bei dem Armband, in dem ein kleiner Pfeil in ein Herz gesteckt wird.

Wer sind Deine Kundinnen?

Frauen, die sich gerne ohne Anlass Schmuck selbst kaufen. Die meisten Sachen kosten zwischen 100 und 200 Euro. Mir ist wichtig, dass ich mir meine Designs selber leisten könnte. Früher habe ich als Goldschmiedin an Ketten im Wert von 30.000 Euro gearbeitet. Die waren schön, hatten aber nichts mit mir zu tun. In meinem Laden in der Geyerstraße verlange ich für das teuerste Teil 2.000 und für das günstigste 40 Euro.

Saskia Diez

Saskia Diez

Saskia Diez

Du hattest von Anfang an Erfolg mit diesem Konzept und mit Deinen Designs. Wie hast Du das geschafft?

Während meinem Industriedesign-Studium habe ich an einem Wettbewerb teilgenommen und mit Gewichts-Armbändern gewonnen. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, Schmuck zu machen, es hat sich aus dem Thema „Frauen und Sport“ ergeben. Als ein Armband dann in einer Ausstellung auf Reisen ging und Murray Moss sich dafür interessierte, wusste ich auf einmal, was ich machen wollte. Ich hatte gleich einen Abnehmer in New York (Anmerkung der Redaktion: Moss galt bis zur Schließung 2011 als die beste Designboutique der Welt.). Letztes Jahr habe ich mit meinem Label 5-jährigen Geburtstag gefeiert.

Hast Du bestimmte Mode im Kopf, die besonders gut zu Deinem Schmuck passt?

Überhaupt nicht. Man kann eigentlich fast alles mit einem T-Shirt, einem Hemd, einem Kleid oder einem Pulli tragen. Und das finde ich gut so!

Saskia Diez

Saskia Diez

  1. Susette

    Hmm, also ich mich reizt weder der Schmuck noch Saskia Diez …

  2. loTEgar

    danke für dieses interview, ihre schlicht schmucksprache gefällt mir unglaublich gut, ich mag wirklich fast alle der stücke..besonders die plättchen ohrringe

  3. Maxi

    So schön! Der Pailletten-Schmuck gefällt mir besonders gut. Und ist auch noch erschwinglich – das finde ich besonders sympathisch.

  4. julita

    ich dachte erst, diese halbrunden dinger wären irgendwelche piercings, mit denen ich mich nicht auskenne….aber das sind ja ringe!! oder?? sieht auf dem bild mit der hand so aus, das find ich ne richtig coole idee, wenn sie denn am finger halten….

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