Caroline

Fox&theSea: Modefotografie mit Herz

In New York habe ich Anna Amethyst kennengelernt, eine der Fotografinnen von Fox & the Sea. Frisch angekommen, kannte ich kaum jemanden, und es war ziemlich schwer, Anschluss in der Millionenstadt zu finden. Beim Stöbern in der Blogosphäre fand ich zufällig den Blog von Anna, einer deutschen Fotografin, und nach kurzem Mailaustausch stellte sich heraus, dass wir einen gemeinsamen Freund in Hamburg haben. Wie klein die Welt doch ist! Schon bald machten Anna und ich New York unsicher, gingen auf Entdeckungstour nach Brooklyn und abends im Ace Hotel was trinken. Ohne Kamera setzt Anna keinen Schritt vor die Tür, und so entstand zum Beispiel unser spontanes Fotoshooting in Williamsburg.

Foto: Anna Amethyst

Als Anna und ich diesen Sommer wieder gleichzeitig in Hamburg waren, habe ich sie in der WG besucht, in der sie mit ihrer Freundin und Kollegin Lisa Notzke wohnt. Die beiden haben an der HfbK in Hamburg studiert und arbeiten seit 2011 als Team zusammen. Wir haben über Fotografie, Mode und Hamburg gesprochen – daraus wurde ein kleines Interview.

Wie ist Fox&theSea entstanden?
Lisa:
Wir haben uns an der Uni angefreundet, aber im Laufe der Zeit sind wir an verschiedene Orte gezogen. Anna war in London bzw. New York und ich war hauptsächlich in Hamburg. Wir blieben miteinander im Kontakt, indem wir uns mit Bildern auf einem gemeinsamen Foto-Blog geantwortet und aus unserem Leben berichtet haben (anstatt Briefe zu schreiben). Immer wenn wir beide in Hamburg sind, fotografieren wir auch gemeinsam.

Foto: Fox & the Sea

Was ist das Besondere an Euren Bildern?
Lisa: Unsere Bilder erzählen Geschichten und gehen auf den abgebildeten Ort und den Menschen, bzw. die Marke ein. Eine große Rolle spielt für unseren Arbeitsprozess die Vorbereitung, sprich Ideenfindung. Wir haben am Shootingtag eine Geschichte und Aussage im Kopf, aber noch nicht das ganze Bild. Vor Ort lassen wir uns auf die Location, die Models und das Licht ein und arbeiten sehr intuitiv.

Worauf achtet Ihr besonders, wenn Ihr Mode fotografiert?
Uns ist wichtig, dass wir hinter der Marke/dem Produkt stehen können. Zum Beispiel ist die Mode von unserem Kunden Glore komplett BIO und fairtrade. Die Kollektion der Designerin Celine Kramer stellt wiederum die gesamte Modeindustrie in Frage.

Was war bis jetzt Euer liebstes Shooting?
Das erste gemeinsame Shooting (für die Boutique Glore) war schon sehr besonders, denn da wurde klar, dass wir uns ernsthaft zusammenschließen wollen. Wir haben den ganzen Tag am Meer verbracht und uns gegenseitig inszeniert. Das geschah mit einer Leichtigkeit und Natürlichkeit auf harmonische und inspirierende Weise. Es hat sich einfach richtig angefühlt. Da haben wir erst gemerkt, was uns vorher gefehlt hat. Wir ergänzen uns sehr gut.

Foto: Fox & the Sea

Wen würdet Ihr am liebsten fotografieren?
Wir sind immer und überall auf der Suche nach neuen Herausforderungen, spannenden Menschen und Marken, Gesichtern und Geschichten. Es freut uns auch, wenn Interessierte mit uns in Kontakt treten.

Welche Magazine oder Blogs liest Ihr?
Anna:
Online lese ich weniger, ich schaue mir hauptsächlich Bilder an. Dabei surfe ich von einer Seite auf die nächste, unkontrolliert. Das finde ich spannend und entspannend. 
Analog: Ich hoffe, die Magazinwelt macht in Deutschland bald eine Kehrtwende und findet zur Qualität zurück. Anspruchsvolle Bilder, Haptik und Gestaltung lassen zur Zeit doch schwer zu wünschen übrig! Es gibt ja schon einige kleine Gegenbewegungen. Ganz toll finde ich z. B. das „Romka Magazine“. Im Ausland hat man da schon mehr Auswahl: Ich mag z. B. das „Kinfolk Magazine“ oder „Gastronomica“.
Lisa:
Bei Magazinen und Blogs lasse ich mich von Bildern leiten. Im Netz hangle ich mich wie Anna von Blog zu Blog, gucke Bilder, hole Inspirationen. Meist geht es um Kunst, Design, Mode und Fotografie. Momentan mag ich z. B. sheswildatheart.blogspot.de, scout-holiday.com/blog, domahoka.com, ninedaysoff.tumblr.com.

Ihr sollt einen Film als Shooting inszenieren. Welcher wäre das?
Anna:
Was für eine schöne Frage! Das wäre „Drive“! Absolut!

Sängerin Mohna, fotografiert von Fox & the Sea

Wie sehen die Zukunftspläne von Fox&theSea aus?
Wir wünschen uns, dass es immer so weiter geht. Wir sind glücklich, dass wir einen Beruf haben, den wir lieben, und als Team so viel Freude haben. Wir möchten weiterhin so viele tolle Menschen fotografieren und in Zukunft noch internationaler arbeiten.

Ach, und woher kommt der Name Fox&theSea?
Er hat für uns mehrere Bedeutungen. Wir erklären dir heute eine ;-)
Es ist das Gefühl, das dieses Bild von einem wilden Fuchs impliziert: Sein neuer Lebensraum ist die Stadt. Plötzlich steht er vor dem Mysterium Meer und wundert sich. Der Fuchs, das sind wir. Das Meer steht für das Treiben der Welt, das Leben an sich. Es sind diese Gegensätze: Stadt/Land, Nord/Süd und die Begriffe: Sehnsucht, Freiheit, Faszination und Neugierde. Das inspiriert uns!

Foto: Fox & the Sea

Danke für das Interview, Mädels!


 

4 Kommentare
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  1. plaplapla

    sympathisches team, toll, dass sie die harmonie gefunden haben, mit der sie hoffentlich noch lange und erfolgreich arbeiten können.

    die welt ist ein dorf!

  2. Poldi

    toll, dass ihr euch gefunden habt!

  3. Suse

    Hi Caroline,
    das Foto vor der blauen Wand ist super!!!! Tolles Outfit ;-)

  4. Sonnenscheinchen

    jetzt würd ich aber gern noch ein paar der anderen bedeutungen vom namen wissen :)

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