Berlin Fashion Week: Glamour? Von wegen!

Dieses Mal melde ich mich nicht aus Düsseldorf, sondern aus Berlin. Was mich und beinahe das gesamte styleranking-Team in die Hauptstadt verschlägt? Natürlich die Berlin Fashion Week. Die meisten stellen sich unter der Modewoche ein funkelndes Spektakel vor, voller Glitzer, Glamour und Modehighlights und träumen davon einmal dabei zu sein. Sorry Leute! Ich werde heute Eure Traumblasen zerstören und Euch erzählen, wie es auf einer Fashion Week wirklich abläuft.

Glamour auf der Berlin Fashion Week

Aus der Front Row hat man die beste Sicht auf die Kollektionen der Designer.

Eine Fashion Week bedeutet nämlich – natürlich neben jeder Menge Spaß – auch sehr viel Stress. Unsere Arbeitstage beginnen früh. Meist sind wir schon vor acht Uhr auf den Beinen und vor zwei Uhr nachts kommt man nur selten ins Bett.

Mit reichlich Koffein im Blut und Concealer unter den Augen starten wir in den Arbeitstag. Ein Teil des Teams strömt aus, um die verschiedenen Messen zu sichten, unter anderem die Bread & Butter und die Premium. Hier sieht man vor lauter Messeständen die Präsentationsflächen nicht mehr. Unzählige Labels stellen hier ihre neuen Kollektionen vor. Das bedeutet, dass wir jetzt bereits die Trends für den kommenden Herbst/Winter unter die Lupe nehmen können.

Glamour auf der Berlin Fashion Week

Während der Fashion Week finden mehrere Modemessen statt.

Wer jetzt denkt, hier könne man sich vor Ort mit den Trends von morgen eindecken, irrt. Denn hier gilt: nur gucken, nicht anfassen. Stattdessen wird die Zeit für Interviews und zum Netzwerken genutzt, denn auf den Messen tummeln sich häufig wichtige Personen aus der Branche.

Ich gehöre allerdings nicht zu dem Teil des Teams, das die Messen unsicher macht. Dieses Mal breche ich stattdessen frühmorgens zum Zelt auf. Das Zelt repräsentiert die Mercedes-Benz Fashion Week und befindet sich direkt am Brandenburger Tor. Hier zeigen die großen Designer ihre Kollektionen auf dem Laufsteg oder in Installationen. Das Zelt ist eine Pilgerstätte für diverse Promis, Journalisten, Fotografen, Einkäufer, Agentur-Leute und Blogger. Doch wer hier nicht auf der Gästeliste steht, darf das Zelt nicht betreten. Überall checken Türsteher die Presseausweise und Sitzkarten.

Glamour auf der Berlin Fashion Week

Bei der Arbeit im Pressecenter.

Doch wie wird man überhaupt zu einer Show eingeladen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Entweder, man hat viel Geld und gehört zum besten Kundenstamm der Designer oder man hat irgendwann einmal bei DSDS mitgemacht oder darf sich aus anderen unerklärlichen Gründen zu Deutschlands Promi-Elite zählen. Blogger und Journalisten müssen sich im Vorfeld für die Shows akkreditieren. Wer Kontakt zur PR-Agentur und bereits berichtet hat oder gerade zu den Größen der Szene gehört, ergattert einen Sitzplatz. Ansonsten muss man auf Kontakte setzen und auf Gewinnspiele, bei denen Karten verlost werden. Als Volunteer bekommt man außerdem die Möglichkeit, das Modespektakel hautnah zu erleben. Dafür muss man sich im Vorfeld bewerben. Wird man angenommen, darf man den Models backstage beim Anziehen der Designerfummel helfen oder die Sitzplätze rund um den Catwalk koordinieren. Geld bekommt man dafür nicht.

Die erste Show im Zelt beginnt morgens um zehn, die letzte endet meist erst zwölf Stunden später. Und wenn wir das Zelt verlassen und am Abend in die Wohnung zurückkehren, um die letzten Artikel des Tages zu schreiben, sind unsere Kollegen noch unterwegs. Denn all die, die am Tag zahlreiche Termine in der ganzen Stadt wahrgenommen haben, nutzen auch noch diverse Abendveranstaltungen, um Kontakte zu knüpfen.

Glamour auf der Berlin Fashion Week

Die Runway-Shows ermöglichen Einblicke in die Trends von morgen.

Besonders während der Fashion Week steht Berlin nicht still. Besonders nicht für uns, die die Tage damit verbringen, über Modenschauen zu berichten, Interviews zu führen und Messen zu sichten. Die Modewoche ist für uns sehr spannend, aber vor allem arbeitsintensiv. Nach Glitzer und Glamour suchen wir Redakteure meist vergeblich.

  1. loTEgar

    aber schließlich seid ihr ja auch zum Arbeiten da, wir anderen dürfen genießen ;-)

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