
„Nur wer sein Werkzeug kennt, kann ein guter Designer sein“, erklärt mir Modedesignerin Samanta Cortes, eine der Hauptaktivistinnen der „Save the Garment“-Bewegung. Seit 2009 setzt diese sich dafür ein, dass die lokale Textil- und Modeproduktion in New York im Garment Center überlebt.
Dort bietet Samanta Cortes’ eigene Firma, Fashion Design Concepts, seit elf Jahren Textildesign an, das hauptsächlich maschinell hergestellt wird. Bei ihr lassen nicht nur Oscar de la Renta und Zac Posen ihre Stoffe besticken und verzieren, sondern viele Designer nehmen auch an Kursen in ihrem „Thread Atelier“ teil, um mehr über die technischen Möglichkeiten zu erfahren, die sie beim Entwerfen inspirieren sollen.

Die Designer sollen die Maschinen verstehen, das Publikum soll staunen. „Ich werde oft gefragt, wie ich meine Lieblings-Textildesigns hinbekommen habe, das macht mich stolz“, so Samanta Cortes. Ihre liebsten Stickereien sind Designs, die sie bei der Produktion sehr herausgefordert haben. „Je schwieriger, desto interessanter wird es.“ Wobei sie mit schwierig nicht aufwendig meint. Im Gegenteil. Sie bringt ihren Schülern bei, stichbewusst zu entwerfen, also mit wenigen Stichen raffinierte Designs zu entwickeln, um Kosten bei der Produktion zu sparen.



Die lokale Produktion ist nur bezahlbar, wenn die Maschine Textildesigns schnell fertigstellen kann und deshalb insgesamt günstiger ist als z. B. Handarbeit in China. Die Stickmaschinen funktionieren wie Drucker, die mit Fäden statt mit Farbpatronen arbeiten. Der Trend, dass man in Fernost immer größere Stückzahlen eines Designs bestellen muss, kommt dem Garment Center zugute. Da viele Designhäuser nicht mehr als 300 Stück eines Entwurfs brauchen, beschäftigen sie wieder mehr Modeproduktionen im Garment Center.

Samanta Cortes’ Oberteil sieht aus, als hätte es die Maschine frisch gestickt.





Hunderte von textilen Beispielen wie diese hängen im Keller. Dort werden sie von Designern entdeckt, modifiziert und in ihre Kollektionen eingearbeitet. Ich hätte am liebsten meine Jeans einmal unter die Nadeln gelegt und mit ein paar Schmetterlingen für den Frühling aufgehübscht.

Vielen Dank für das Interview!
338 West 39th Street
10018 New York
9
totaal interessant, so einen Einblick bekommt man selten!
find ich total gut, dass den firmen china jetzt zu teuer wird, hoffentlich hält sich der Trend, kauf am Platz!
Super spannende Geschichte!
ich wusste gar nicht, was für möglichkeiten es überhaupt alles gibt! sie hat total recht, wenn man wirklich gut sein will, muss man mit der zeit gehen, werde mich gleich weiter informieren!
Ich liiiiiebe Deine Reportagen über kleine New Yorker Ateliers – den Blütenheini fand ich schon super – bitte bitte mehr davon!
Kann mich Maxi nur anschliessen!!! Vielen Dank für die superschöne Reportage from inside. Fände es schön, immer zu wissen, wie die kompletten Produktionswege von Modeteilen verlaufen.