Kathrin

Cory Kennedy: schönscheußliche Stylings

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© Eva Tuerbl und Jonathan Baskin

Die einen hassen sie, die anderen lieben sie – aber alle lesen ihren Blog und schauen ihr dabei zu, wie sie bei Nylon TV mit Sänger Adam Green verrückte Halloween-Kostüme anprobiert. Corys Spezialität ist es, unkonventionelle, gar hässliche Kleidungsstücke so zu stylen, dass sie darin gut aussieht. Man muss erstmal auf die Idee kommen, eine altmodische, lange Männerunterhosen zu einer Haute Couture-Modenschau zu tragen. Manchmal funktionieren ihre schrägen Stylingideen allgemein, wie bei den Mom-Jeans-Kombinationstipps, manchmal nur für sie, wie bei der Männerunterhose. Denn Cory, die vor einer Woche 19 Jahre alt geworden ist, hat „das gewisse Etwas“. Ich habe sie vor kurzem bei einem Fotoshooting von Eva Tuerbl interviewt und danach ausprobiert, ob ich es auch schaffe, hässliche Kleider schön zu stylen.

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© Eva Tuerbl und Jonathan Baskin

Warum führst Du einen Internetblog über Dich?
Es gab viele Gerüchte darüber, wer ich war und was ich tat, nachdem „Cobrasnake“ (Corys Exfreund) Fotos von mir auf seinem Blog veröffentlicht hat. Von wegen, ich hätte mich prostituiert und so weiter. Das stimmt aber nicht. Auf meinem Blog zeige ich, was ich wirklich mache. Ich bin zwar ein lockerer Typ, aber auch ein Kontrollfreak.

Wer macht all die Fotos von Dir?
The Cobrasnake, meine Freunde und ich selbst. Ich mag Schnappschüsse lieber als die Bilder, die Modefotografen von mir machen.

Wie viel Zeit verbringst Du damit, deinen Blog zu gestalten und wie viele Besucher zählst Du?
Ich verbringe mehrere Stunden am Tag damit, Fotos hochzuladen und Texte zu schreiben. Ich weiß gar nicht genau, wie viele Leute mich täglich besuchen. Tausend vielleicht.

Hast Du manchmal auch Angst vor deinem unsichtbaren Publikum?
Jeder kann sehen, was Du tust, wo Du warst und wen Du triffst. Ich wundere mich schon mal darüber, was Leute, mit denen ich mich unterhalte, alles über mich wissen. Gewisse Informationen können sie nur haben, wenn sie meinen Blog lesen. Ich entscheide mich dann für die Flucht nach vorne und sage: „He, Du liest meinen Blog!“.

Wie findest Du es, wenn man Dich auf der Straße erkennt?

Es ist seltsam, aber ich finde es süß, angesprochen zu werden. Ich rede gerne mit Fremden.

Mark Hunter hat dein Starpotential entdeckt: Er zählte deutlich mehr Besucher auf seiner Fotowebseite, wenn er Dich zeigte. Warum interessieren sich die Leute gerade für Dich?
Weil ich anders bin. Ich bin nicht immer geschminkt, ich färbe meine Haare nicht. Was die Anderen denken und machen, ist mir egal. Mir ist wichtig, wie ich mich fühle, und dass ich mich selber mag.
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© Eva Tuerbl und Jonathan Baskin
Schreiben Dir auch Leute, die Dich nicht mögen?
Die Hälfte der Kommentare, die ich bekomme, sind negativ. Vielleicht denken diese Leute, ich würde ihre Nachrichten nicht lesen. Aber ich lese alle Nachrichten, obwohl ich niemandem antworte. Ich kann gut damit leben, dass ich polarisiere und muss nicht von allen gemocht werden.

Du bist immer gut angezogen. Wie lange brauchst Du, um Dich fertig zu machen am Morgen oder wenn Du auf eine Party gehst?
Das kommt auf meine Laune an. Vielleicht zehn Minuten oder zwanzig. Bevor ich auf eine Party gehe, dauert es länger. Ich muss das Outfit finden, in dem ich mich gut fühle.

Gehst Du noch jeden Abend aus?
Ich treffe mittlerweile lieber Freunde und hänge mit ihnen auf dem Sofa rum, statt auf Partys zu gehen. Die Fashionweek ist eine Ausnahme, die Partys auf die ich eingeladen bin, sind zu gut, um nicht hinzugehen.

Was machen deine Freunde und warum sind sie Dir wichtiger als die Partys?
Letztlich sind alle meine Freunde Stylistinnen, Fotografen (Mark Hunter alias the Cobrasnake, Terry Richardson) und Modedesigner (Jeremy Scott) . Ich verbringe lieber Zeit mit ihnen als mit Leuten, die ich nicht kenne. Auf Partys passiert immer wieder dasselbe: Drama. Der eine sagt, der Andere hätte das gesagt und so weiter. Das langweilt mich.

Was denkst Du über den Vorwurf, dass Du berühmt geworden bist, ohne etwas dafür getan zu haben?
Ich habe mich zwar daran gewöhnt, dass nicht jeder versteht, was ich tue. Aber ich hasse es trotzdem, wenn jemand das sagt. Weil es nicht stimmt. Ich fotografiere, ich interessiere mich sehr für Mode und Musik (Cory hat 4.000 Lieder auf ihrem Ipod), ich mache vieles, von dem niemand weiß.

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Diese alte 80s Lederjacke, das rote XXL-Shirt und die Bermudahosen waren die „hässlichsten“ Kleidungsstücke, die ich in unserem Loft finden konnte. Ich habe versucht, das beste aus ihnen zu machen, ohne Corys Lieblingsaccessoire – Hosenträger – zu verwenden. Was meint ihr, sollte ich so auf die nächste Fashionweek gehen?

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12 Kommentare
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  1. Ingo

    Du bist die bessere Cory im roten XXL-Shirt, in das du einfach verkehrt herum gestiegen bist.

  2. Mary

    super beitrag :) wobei ich glaube, dass mehr training dazu gehört als einmal die olle lederjacke überzuwerfen – das mädel hat jahrelange übung im kombinieren von merkwürdigkeiten und das sieht man auch

  3. Schnecki

    Kathrin, es ist dir auch gelungen: du hast auf jeden fall das beste draus gemacht!!! ich hab anfangs gar nicht geschnallt, dass du das shrit falsch rum anhast :)

  4. wasserfan

    Die Bermudahosen erinnern mich sehr an Schnösel-Golf-Hosen. Aber wie man ja sieht, kann man sie auch anders tragen – Gott sei Dank

  5. TrippTrapp

    Kathrin, auf dem 1. Bild siehst du aus, als würdest du dich in den Klamotten so gar nicht wohlfühlen… Du Arme!

  6. lou

    als eingeschnappte mickymaus sieht cory wirklich toll aus. aber auch die xxxxxl-perlenkette gefällt mir. tolles interview, kathrin.

  7. Sterni

    Senstationelle Idee mit dem verkehrten Shirt!

  8. Petra

    Ich finde gerade dieses Morbide, etwas Schmuddelige so interessant an ihr – und sie ist halt wahnsinnig gut im Posen. deshalb funktioniert das Ganze auch mit schwächeren Outfits, wie dem Kleidchen auf der Treppe.

  9. kathrin

    Hey Mary! Du hast so recht, das mit dem schrägen Kombinieren ist nicht ganz so mein Stil wie Corys…einen Versuch wars wert :)

  10. yroc

    Cory ist doch auf eine sehr nette und angenehme art *wahnsinnig*

  11. fiona

    Ja, ja, ja, sieht alles super aus!

  12. Pingback: In 3 Tagen geht’s los: Mein New York Fashionweek-Plan » Two for Fashion

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