Was hat BMW mit „Occupy Wall Street“ zu tun? BMW brachte mich zur Besetzung der Wall Street. Nicht die Automarke. Sondern eine Veranstaltung des BMW Guggenheim Labs, ein mobiler Think Tank, der seit dem 3. August in New York über das urbane Leben und die Gestaltung des öffentlichen Raums nachdenkt. Innerhalb der nächsten sechs Jahre will das Lab mit dieser Botschaft neun Weltstädte bereisen.
Occupy Wall Street gilt als Paradebeispiel eines innovativen Eingriffs in eine Metropole. Bevor die Besucher von der 2nd Ave zum Liberty Plaza zogen, hielt Journalist Charles Montgomery eine sehr „Berlinerische“ Rede. Er erzählte von verlassenen Parkplätzen vor Einkaufszentren, die man besiedeln könnte. Und dass man in einer Stadt nicht nur Autos, sondern auch Zeit und Arbeit teilen sollte. Auf dass sich die Welt langsamer dreht, denn wenn die Konsumentwicklung so weitergeht – wenn alle Menschen auf der Welt so viel Material wie die Amerikaner verbrauchen würden – dann bräuchten wir bald elf weitere Planeten. Diese würden uns wahrscheinlich nicht mal glücklicher machen, denn eine Statistik zeigt, dass die Wohnfläche amerikanischer Häuser zwar gewachsen, aber die Zufriedenheit der Bewohner seit den 50er-Jahren gleich geblieben ist.
So wie das BMW Guggenheim Lab wie eine Miniuniversität funktioniert, ist die Besetzung des Liberty Plazas wie eine Ministadt organisiert. Auf der 3.000 Quadratmeter großen Parkfläche wird im Zentrum Essen ausgegeben. Es gibt eine Medienstelle und eine Zeitung, die News und Statements in die Welt schickt, ein Künstleratelier, das die Protestschilder malt. Ein Friseur, eine Bibliothek und eine Sammelstelle, an der gestiftete Schlafsäcke und Kleider verteilt werden.
Aber was wollen die Aktivisten, die seit dem 17. September Liberty Plaza besetzen, eigentlich? „Den Ungehörten eine Stimme geben“, sagte ein Arzt. „Wir demonstrieren für die Umstrukturierung des Finanzsystems“, eine Diplom-Politikstudentin. „Wir sind 99 Prozent“, ruft das menschliche Megaphon: ein Chor (denn elektronische Tongeräte dürfen nicht benutzt werden). Und meint damit, dass 1 Prozent der Bevölkerung in Amerika Millionäre sind, die nur 17 Prozent Steuern zahlen. Während alle, die unter 250.000 Dollar im Jahr verdienen, 25 bis 33 Prozent ihres Gehalts abgeben müssen. Die Reichen also immer reicher werden und die Mittelschicht in die Armut abdriftet. „Wir haben keineswegs eine Krise der Wirtschaft, sondern eine Krise der Verteilung“, sagt die geladene Star-Rednerin Naomi Klein (No Logo). „Irgendetwas geschieht hier. Was genau, ist nicht ganz klar. Kaum jemand zweifelt daran, dass sich im Liberty Park von New York gerade eine Gegenkultur formiert.“
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Da hast Du Dir aber die hübschesten Aktivisten rausgepickt.
Die Idee finde ich toll, aber ich muss ehrlich sagen, der Sinn der Rede ist zwar ganz schön, aber es wirkt ziemlich utopisch und nicht ganz durchdacht. Mir fehlen die Vorschläge, wie das alles umgesetzt werden soll. Definitiv für die 99!
schon der Wahnsinn, dass am teuersten Baugrund dieser Welt nun tausende Aktivisten leben!
Ich finde es sehr sympathisch, dass ihr auch solche Themen hier ansprecht. Toll, dass es in NY solche Aktionen gibt. Hoffentlich bringt das was …
hüübsche menschen!
Hut ab! Endlich passiert was! Das kann ja nicht ewig so weiter gehen mit dem assozialen System in der USA!