
„Wie sieht wohl das erste Kleidungsstück aus, das ich im Studium machen werde?“, fragte ich mich, kurz bevor das Semester begonnen hatte. Ich dachte an einen schlichten Rock oder ein Shirt, wäre aber nie darauf gekommen, dass ich im Pflicht-Designworkshop schon mein erstes Kleid designen dürfte. Statt eines ersten klassischen Entwurfs auf dem Papier arbeiteten wir direkt an der Puppe und schnitten aus Karton Dreiecke, die wir zu einer beliebigen Hülle formten.


Auf dem Aufgabenzettel stand zwar „Kleid“, das bedeutete aber nicht, dass es am Ende unbedingt ein Kleid werden sollte. Zunächst war die Aufgabe, eine dreidimensionale Hülle zu formen, die zufällig und ungeplant an der rechten Hälfte der Puppe anzulegen war. Wie, das konnten wir frei entscheiden – wir mussten nur darauf achten, dass die Einzelstücke ausschließlich aus Dreiecken bestanden. Restliche Löcher durften wir mit anderen Formen wie mit einem Deckel schließen. Meine Kartonhülle ragte wie Flügel aus den Schultern und endete hinten wie ein Frack.
Wenn die Hülle fertig war, sollten wir jedes einzelne Dreieck nummerieren, mit Transparentpapier kopieren und auf Nesselstoff übertragen, um das Kleidungsstück Probe zu nähen. Dieser ganze Prozess fand innerhalb eines Wochenendes statt. Am Nesselkleid durften wir dann das Kleidungsstück ändern, d. h. Dreiecke weglassen, kürzen, verlängern, usw.!


Mit der Nesselprobe endete unser Workshop. Der Rest war Hausarbeit bis zum Ende des Semesters zur Abgabe. Aufgabe war nun, Stoffe zu suchen und das Kleid zu nähen. Leider durften wir uns nicht an bunten Stoffen bedienen, sondern waren beschränkt auf mindestens zwei schwarze Stoffe, die sich jedoch in der Oberfläche und im Material unterscheiden konnten. Außerdem schrieb unser Designprofessor vor, mindestens einen Metallic-Stoff zu benutzen.
Ich entschied mich für schwere schwarze Baumwolle und einen steifen, leicht transparenten Stoff in der Hoffnung, das Kleid würde genauso stehen wie die Hülle. Allein der Metallic-Stoff machte mir ein bisschen Sorgen, weil ich wirklich kein Fan davon bin, aber ich fand zum Glück einen schönen Stretch-Stoff aus Kupfergold mit sichtbar eingearbeiteten schwarzen Fäden.



Wie abzusehen war, fiel das fertig genähte Kleid zusammen und hielt nicht so schön wie die Hülle. Erst wollte ich Drahtstäbe einsetzen, drapierte die Schultern jedoch zufällig so, dass die Ärmel von vorne eine total interessante Form erhielten. Das gefiel mir so gut, dass ich anfing weiter auszuprobieren. Schließlich entstanden wunderschöne Falten hinten, aber vor allem in der vorderen Mitte, sodass ich entschied, die Form so zu lassen.
Der vorletzte Schritt war getan, mein Kleid war fertig und ich musste es „nur noch“ in Szene setzen, d. h. ein Shooting organisieren oder es selbst fotografieren. Der liebe Marco bekam Wind davon und bot sich lieberweise an, mir beim Make-up und Styling zu helfen. Er fragte außerdem Michi als Fotograf an, einen Azubi aus dem OTTO-Fotostudio. Der wiederum sorgte dafür, dass wir im OTTO-Fotostudio fotografieren durften und das tolle asiatisch aussehende Model Tsagana (PMA) bekamen.

Als Sahnetüpfelchen liefen alle unsere Kleider bei der Modenschau A+ No. 3.

Mein Kleid beim Probelaufen ...

... und bei der Modenschau auf dem Runway!
Ich bin wirklich überglücklich, dass alles doch so geklappt hat, wie ich wollte, und bin gespannt, was mich nun im zweiten Semester erwartet!
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Wow, das ist wirklich toll geworden! Gefällt mir richtig gut.
OMG *__* Das ist grade mal dein erstes Kleid und es ist gleich soooo gut! :O Ich bin richtig beeindruckt und richtig gespannt, wie dann erst deine nächsten Kleider werden!
Hey Thuy, du hättest doch gar kein asiatisches Model gebraucht
Dir hätte das Kleid auch richtig gut gestanden!
Tolles Kleid! Ich wünschte ich könnte es bei OTTO bestellen!!
voll intressant, auf die ganzen schritte wäre ich nie gekommen!
Wow, Thuy, ich bin stolz auf Dich. Was für ein schönes Kleid und die fotografische Inszenierung ist perfekt – kühl UND sexy! Bin soooo gespannt, wie es weitergeht …