Die 80er sind nicht totzukriegen, ob in der Mode oder in der Kunst, die sie inspirierten. Und so zeigt die Galerie Paul Kasmin in Chelsea „Totally Rad: New York in den The 80`s“ mit Arbeiten der Stars aus dieser Zeit wie Jean-Michel Basquiat, Keith Haring, Robert Longo, Cindy Sherman oder Julian Schnabel. Passend dazu haben die New Yorker gerade ihre 80er-Trophäen, die jahrelang als Geschmacklosigkeiten galten, aus der hintersten Ecke ihres Schranks herausgekramt. „Die Zeit hat so viel Spaß gemacht“, finden die 80er-Jahre-Babys. Die jetzt die Feste nachfeiern, die sie damals verpasst haben. Ich selbst fühlte mich in übergroßen Mickey-Mouse-Jersey-Pullovern pudelwohl, nahm auf einem Ghetto Blaster meine ersten Kassetten auf und tanzte zu Duran Duran, Nena und der Neuen Deutschen Welle durch mein Zimmer. In New York floss damals das Geld in Strömen. Keiner hatte mehr Lust auf die Hippies, New York schrie nach einer neuen Bewegung. Männer und Frauen zwängten sich in hautenge Leggings, tauschten ihre Kopftücher gegen Schweißbänder und wickelten ihre langen Haaren um Lockenwickler. Schulterpolster, lila Stiefel, Stulpen, alles war erlaubt. Die Designer drehten bei so viel Freiheit richtig auf. Je weniger das Outfit zusammen passte, umso besser. Diskobesucher rückten Zebra-Leggins und Nietengürtel ins Schwarzlicht. David Hasselhoff fuhr in der Fernsehserie „Knight Rider” zu fieser Synthesizer-Musik und in schwarzer Lederjacke in den Sonnenuntergang, nachdem er mal wieder die Welt gerettet hatte. Ich war bei der Ausstellugseröffnung bei Paul Kasmin (läuft noch bis 6. September) dabei, um mir die Malereien, Skulpturen und Drucke anzugucken – und von den Vernissage-Besuchern herauszufinden, wie die 80er-Fans sich heute kleiden und was an der Zeit so toll war.
0
Die 80er waren doch nun wirklich bei weitem das Jahrzehnt, das die mode-ästhetisch fürchterlichsten Entgleisungen der Moderne zu verantworten hat. Gut, die Farben waren o.k. und kicken heute beim Aufeinandertreffen mit schwarz, weiß und grau. Aber Formen, Schnitte und Muster, never ever.
Dass Kreativität ohne Inspiration nicht auskommt – geschenkt. Aber das, was hier gerade größtenteils abgeht, ist, oh Graus, nur platt modisch, aber nicht modern.