
Anna Wintour, Miuccia Prada, Jeff Bezos
Warum sich gerade Miuccia Prada und Elsa Schiaparelli im Metropolitan Museum of Art treffen, um ihre Mode zu zeigen und sich darüber zu unterhalten, habe ich mich die ganze Ausstellung über gefragt. Weil sie beide Italienerinnen sind? Weil sich Schiaparellis verrückte Hüte wunderbar zu Pradas ausgefallenen Schuhen stylen lassen? Und Pradas mit Steinen besetzte Röcke so gut zu Schiaparellis bestickten Jacken passen, die einst von Hollywoods Diven getragen wurden? Weil sich also ihr Fokus, bei den einen „waist up“ (oberhalb der Taille) und bei den anderen „waist down“ (unterhalb der Taille), perfekt ergänzt?
Während Schiaparelli in den 1930er Jahren für die Damen, die vor allem in der Öffentlichkeit an Tischen sitzen mussten, Jacken entwarf, interessiert sich Prada mehr für alles, was unterhalb der Hüfte passiert.

Die „unmögliche Unterhaltung“ der beiden Damen findet hinter den Ausstellungsstücken in Form von Projektionen statt. Man geht an einem Prada-Schuh vorbei, der aussieht wie ein Cadillac, und einem Schiaparelli-Hut in Schuhform. „Bist Du gegen das Drapieren?“, fragt Schiaparelli (ausgesprochen Skyap-a-relli) Prada. „Nein, aber Drapieren wurde im Lauf der Geschichte so perfektioniert, dass man nichts mehr besser machen kann. Ich jedenfalls habe es nie geschafft, ein schönes Abendkleid zu entwerfen“, antwortet Prada.

Mir gefällt, wie mich die Filme von Baz Luhrmann, die auf wahren Worten aus Schiaparellis Biografie beruhen, durch die Ausstellung führen und meinen Blick auf die Designs vertiefen. Da höre ich doch lieber zwei starken Charakteren beim lebendigen Diskutieren zu, als Jahreszahlen auf Tafeln zu studieren und Ausstellungskataloge zu wälzen.

Nur als die alte Frage, ob Mode Kunst sei oder nicht, von den beiden erörtert wird, regt mich die Inszenierung ein bisschen auf. Da erfahre ich nicht wirklich etwas Neues und werde von Miucca Pradas Aussage, man solle seine Arbeit machen und nicht über Titel nachdenken, nur davon abgelenkt, was tatsächlich hinter den Kulissen passiert. Nämlich, dass zum Anlass der Ausstellung Prada-Taschen aus den Jahren 1991-2005 wieder neu aufgelegt wurden und in der Prada-Boutique am Broadway für bis zu 2.000 US-Dollar verkauft werden.
Die Nachricht, dass die Marke Elsa Schiaparelli bald wieder neu auf den Markt kommen soll, wenn ein Designer gefunden wird, der nicht zu teuer ist, verstärkt den Verdacht noch, dass Mode – auch wenn sie wie Prada und Schiaparelli einen Platz im Museum verdient – immer auch Kommerz ist.


„Mode ist ein unglaubliches Werkzeug, um Leute und die Welt zu verstehen. Ich hätte nie gedacht, dass Leute Kleider tragen würden, auf denen Bananen und Affen turnen“, höre ich Miucca Prada sagen. Ich persönlich liebe das Exzentrische, Verspielte und Verrückte an den Designs von Prada. Und die laute Eleganz der Entwürfe von Schiaparelli. Und ich hätte nie gedacht, dass zu meinen liebsten Stücken in meinem Kleiderschrank ein blau-weißer Schal-Fuchsschwanz gehören würde, der mit ebendiesen Affen über Pradas F/S-2011-Laufsteg gelaufen ist.












Anna Wintour trug Prada und wie immer nudefarbene Heels
„Schiaparelli and Prada: Impossible Conversations“
Metropolitan Museum of Art
10. Mai bis 19. August
Di-Do 9.30-17.30 Uhr
Fr-Sa 9.30-21 Uhr
So 9.30-17.30 Uhr
1000 Fifth Avenue (an der 82nd Street)
New York, NY 10028
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wow, was für eine tolle ausstellung, ich hab bei den dialogen teilweise gänsehaut bekommen….
geniale idee!! Wird es diese ausstellung auch noch an anderen Orten geben?
die frau mit der weissen eidechse am revers ist einfach hinreissend!
Danke fuer den tollen Beitrag!
@Joy Leider nein, die Ausstellung gibt es nur hier in New York zu sehen
Und wieder bereue ich es, nicht in New York zu leben.