Kathrin

„Mode ist meine Art zu kommunizieren“

Sie gehört zu den jüngsten Bloggerinnen der Branche und liefert auf „Fashion Schmashion”, dem Blog des New Yorker Paper Magazine, die neuesten Mode-News. Die 18-jährige Julia Frakes liest jeden Tag die New York Times, kann die Namen sämtlicher Designer und Models herunterbeten und ist das Küken des berühmten Frakes-Clan. Julias Großvater war Buchkritiker bei der New York Times, ihr Onkel Jonathan spielt Commander William T. Riker in der Kultserie „Raumschiff Enterprise“. Vorgestern saß Julia noch in einem 8.000 Dollar teuren Kleid von Balenciaga bei den Schauen in Paris in der ersten Reihe, gestern packte sie in ihrem Elternhaus in Pennsylvania ihre Kisten, heute treffe ich das zierliche Mädchen nach ihrem Umzug nach New York im Veganer-Cafe ‘sNice im West Village.

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So geht’s weiter: ein Interview mit der Frau, deren großes Herz nicht nur für Mode schlägt.

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Wie kamst Du zu Deinem Job als Bloggerin fürs Paper Magazine?
Ich habe ab und zu Beiträge über Mode auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht, die David Hershkovits und Kim Hastreiter, den beiden Gründern des Paper Magazins, gefielen. Erst habe ich sie natürlich im Internetforum als Freunde gewonnen – dann luden sie mich zum Vorstellungsgespräch ein.

Und jetzt bloggst Du schon seit einem halben Jahr für „Fashion Schmashion”.
Ich versuche, mit meinen Beiträgen die riesige Industrie in etwas Zugängliches zu verwandeln. Daneben führe ich einen eigenen Blog „Bunny Bisous“ für ein jüngeres Publikum.

Du bist 18, Deine Kollegin und Freundin Cory Kennedy ist 18. Warum sind viele Bloggerinnen so jung?
Wir sind unvorbelastet und suchen noch nach unserem modischen Stil. Ohne viel Lebenserfahrung weißt du nicht, was richtig und falsch ist und ob du Regeln brichst. Diese Vorraussetzungen sind nützlich, um frische Beiträge zu produzieren. Außerdem sind viele Models und Modeinteressierte in meinem Alter und identifizieren sich eher mit mir als mit einer 50-jährigen.

Was sind die dümmsten Vorurteile über Euch?
Dass wir den ganzen Tag vor dem Spiegel stehen, Fotos von uns machen und nur Kleider aus dem Second-Hand-Shop tragen. Ich betrachte Mode von allen Seiten und schreibe darüber, anstatt mich einfach nur zu präsentieren. Wenn man sich zeigt, muss auch der Zusammenhang stimmen. Ich fühle mich zwar geschmeichelt, wenn mich Leute auf der Straße ansprechen. Aber wenn sie mich fotografieren wollen, werde ich nervös. Ich muss ganz einfach selbstbewusster werden. Schließlich sitze ich immer in der ersten Reihe bei den Modeschauen. Und das ist großartig.

Woher kommt Dein Interesse am Modejournalismus?
Meine Mutter ist eine Modekennerin. Meiner Familie gehörten verschiedene Kleiderfirmen, die unter anderem Mode für Tommy Hilfiger produzierten. Geschrieben habe ich schon immer, das liegt in meinen Genen. Mein Großvater war ja ein bekannter Journalist. Ich wollte erst zum Fernsehen gehen. Zwei Jahre lang habe ich beim Sender NBC als Praktikantin Nachrichten verfasst und den Teleprompter betrieben. Ich war mir sicher, dass dies meine Zukunft sein würde, bis ich mit 14 Jahren schwer krank wurde. In der Zeit im Krankenhaus begann ich mich für Mode zu interessieren.

Wie wählst Du deine Themen aus?
Ich habe gute Freunde in der Industrie, die mir genug Stoff liefern. Ich kann mich glücklich schätzen, dass mir wegen meiner Herkunft viele Türen offen stehen.

Du bist Dank Deiner einflussreichen Familie privilegiert. Glaubst Du auch an Glück?
Ich glaube daran, dass jeder sein eigenes Glück kreiert. Das Schicksal bietet mir viele Möglichkeiten, aber wenn ich sie nicht nutzen würde, dann hätte ich auch kein Glück.

Du bist also keine Rebellin?
Immerhin bin ich heute von Pennsylvania nach Chelsea gezogen, wo ich mir die erste eigene Wohnung mit meiner Freundin teile, die bei Teen Vogue arbeitet.

Wie ist es möglich, dass Du ohne Studium Journalistin bist?
Es ist mir peinlich davon zu erzählen, aber ich habe schon mit zwölf Jahren Universitätskurse besucht. Sonst wäre mir zu langweilig gewesen.

Du bist sehr ehrgeizig …
Ich bin schon eine kleine Streberin. Ich lerne einfach gerne dazu und lese jeden Tag und liebe Philosophie. Oft denke ich, dass ich ein wenig verrückt bin.

Studierst Du jetzt in New York weiter?
Ich werde an der New School Kunstgeschichte studieren und nebenbei Journalismuskurse belegen. Wenn man Mode aus historischer Sicht betrachtet, sieht man, wie sich Kollektionen über die Zeit entwickeln.

Was ist Dein persönlicher Stil?
Ich bin kein mädchenhaftes Mädchen. Ich trage immer bunte und ungewöhnliche Kleider und Accessoires, die jenseits des Radars liegen. Wie diese Holz-Herz-Kette, dir ich in einer kleinen Boutique in Pennsylvania gefunden habe. Ich ziehe mich verrückt an, aber bin eigentlich scheu, ruhig und introvertiert. So viel wie gerade rede ich normalerweise nicht. Ich schreibe lieber oder teile mich über meine Kleidung mit.

Wer sind Deine New Yorker Lieblingsdesigner?
Donna Karan, Alexander Wang. Die meisten meiner Lieblingsdesigner kommen nicht aus New York. Ich liebe die Pariserin Sonia Rykiel. Sie hat mir das Hasen-Kleid aus ihrer 40-jährigen Geburtstagskollektion geschenkt. Allgemein halte ich Balenciaga für das innovativste Label der letzen 50 Jahre.

Welche Blogs liest Du?
Mein Lieblingsblog heißt Blond Over Blue von meiner Model-Freundin Simona McIntyre und Racked, ein Blog mit Nachrichten und Trends aus dem New Yorker Einzelhandel.

Was machst Du, wenn Du nicht schreibst oder liest?
Ich spiele Tennis, koche vegan und engagiere mich. Zum Beispiel unterstütze ich die demokratische Partei und hoffe schwer, dass Obama das Rennen macht!

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JULIAS MODE
Bra-Top von VPL
Vintage-Kleid von Alexander Wang
Vegane Tasche von Lanvin mit Illustrationen von Alber Elbaz
Kniehohe Nylon-Strümpfe von Eley Kishimoto bestellt bei Creatures of Comfort
Schuhe: Chanel
Tibetanisches rotes Perlenarmband von ABC Carpet & Home

14 Kommentare
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  1. Petra

    Wow, bin jetzt schon gespannt, wie Julia in zehn Jahren aussieht!

  2. sybille17

    just beautiful!

  3. brini

    Tolles Interview! Finde es immer interessant zu erfahren, warum Menschen über Mode bloggen, wie sie dazu gekommen sind etc. Scheint ein interessantes Mädel zu sein!

  4. lou

    @brini
    kann mich deiner meinung nur anschließen! und die neuesten einschätzungen unseres lieben facehunters hast du auf deinem blog ja auch schon thematisiert. eine frau wie julia relativiert das ny-bashing natürlich ungemein …

  5. hannah

    eigentlich dachte ich immer, noch so eine dumme cory kennedy, aber sie scheint ja ganz schön cool zu sein und nicht nur so ein partygirlie. sie sollte nur ein wenig mehr essen!

  6. Kat

    ICH WILL AUCH SOLCHE NYLON-STRÜMPFE!!! HERRLICH!!!

  7. kai

    süßes mädel!

  8. Meenjung

    hübsches mädchen ABER ….viel zu dünn, offensichtlich gewollter natur.
    wie kann man das nur unterstützen?

  9. Ais

    Sehr unkonventionell ;) wie erwartet :D Aber leider viel zu dünn

  10. Madame Celeste

    Das Mädchen ist viel zu dünn, das sieht NICHT mehr gesund aus. Leider wird der in Mode gekommene Veganismus auch von jungen Damen als Vorwand genommen, um Kalorien zu sparen.

  11. Marc

    Sehr hübsch und für meinen Geschmack eine absolute Traumfigur.Kein Garamm zu viel aber auch nicht eins zu wenig.PERFEKT

  12. Janka

    @Marc: ich dachte du meinst den neuen Beitrag und Malin – da hätte ich dir recht gegeben. aber sie ist ein hungerhaken!!! kein gramm zu wenig – entschuldige bitte, aber du scheinst ja etwas komische traumfigurvorstellungen zu haben…

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